
Interessant ist auch ein Blick auf andere regionale Sprachen und Dialekte im nordeuropäischen Raum.
Neben dem Gutnischen kann zum Beispiel noch das im westschwedischen Dalarna verbreitete Älvdalische genannt werden. Das Älvdalische ist wie Gutamål eine selbständige skandinavische Sprache, jedoch bis heute nicht vom schwedischen Staat als solche anerkannt. Wer hier mehr wissen möchte, dem sei der Verein Ulum Dalska empfohlen. Der Verein hat auch mehrere Publikationen herausgegeben, darunter auch 2023 und 2024 auch eine Reihe von fünf modernen Lehrbüchern. Sprachgeschichtlich interessant sind auch Schonisch und Jämtländisch als Brückenvarianten zum Dänischen und Norwegischen. Für beide Varianten gibt es hier, hier und hier entsprechende Online-Wörterbücher.
Gemeinsamkeiten als regionale Sprache bestehen auch mit dem Nordfriesischen. Das Nordfriesische ist eine westgermanische/nordseegermanische Sprache und steht somit dem Englischen und Niederdeutschen näher. Es hat jedoch auch starke dänische/nordische Einflüsse. So wird zum Beispiel vermutet, dass es vor der Ankunft friesischer Siedler bereits eine nordische Präsens auf den nordfriesischen Inseln gab. Wer sich für das Nordfriesische und seine Dialekte interessiert, dem sei das Nordfriesische Institut und die Fering Stiftung auf der Insel Föhr empfohlen, die beide jeweils auch einen Online-Shop betreiben. Für das Föhrer Nordfriesisch (Fering) wurde vor einigen Jahren mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) ein Online-Übersetzer entwickelt, der ganze Sätze und Textpassagen aus dem Deutschen oder Englischen ins Föhrer Friesisch übersetzt. Wäre das nicht auch eine Idee für das Gutamål? Wer einen Blick riskieren möchte: Fering Auersaater
Interessant ist auch ein Blick nach Schottland und auf die Bemühungen dem Schottischen Gälisch wieder mehr Raum in zum Beispiel Medien und Bildung zu geben. Das Schottische Gälisch ist eine keltische/gälische Sprache, wurde jedoch in der Wikingerzeit auch stark vom Nordischen beeinflusst. Wer sich für das Schottische Gälisch interessiert, dem sei die Seite Learn Gaelic mit einem Wörterbuch und Aussprachehilfen empfohlen.
Bemerkenswert sind die Bemühungen um die Wiederbelebung des früher im Südosten des Ostseeraums gesprochenen Prussischen. Das Prussische ist (wie Lettisch und Litauisch) eine baltische Sprache, die jedoch in der Neuzeit vom Deutschen abgelöst worden ist. Hier sei auf das 2017 erschienene Buch Altpreusssiche Geschichte-Dialekte-Grammatik von Vytautas Rinkevičius aus der Schriftenreihe der Gesellschaft für Baltische Studien verwiesen. Andere Beispiele für die Wiederbelebung von nicht oder kaum noch gesprochenen Sprachen sind das (semitische) Hebräische, das (keltische) Kornisch und auch das (keltische) Gallisch in Frankreich. Ob gleiches in Zukunft auch für andere Sprachen wie das antike Uggaritische vorstellbar wäre?
Eine weitere Sprachfamilie im Ostseeraum sind die finno-ugrischen Sprachen wie das Finnische, das Estnische und das Samische. Beachtenswert sind hier die Bemühungen um die im Raum Karelien verbreiteten regionalen Varianten des Karelischen und Wepsischen, die heute unter starkem Druck des Russischen stehen. Wepsisch wird heute noch von zwischen 1.000 und 2.000 Menschen gesprochen und ist insofern stark gefährdet. Wer sich für Karelien und das Karelische und Wepsische interessiert, dem seien hier und hier entsprechende Sprachkurse empfohlen. Interessant ist auch der Blick in das früher mehrsprachige finnische und schwedische Viborg hier und hier.
Fehlen soll auch nicht ein Hinweis auf die Bemühungen den (ostdänischen) Dialekt auf Bornholm fortzuführen. Genannt werden kann das Facebook-Projekt Snakk Bâra.
Nachfolgend noch ein Blick auf das (leider in der ersten Hälfte des 20. Jh. ausgestorbene) jütländische Angeldänisch, über das sich sonst leider in der Literatur oder dem Internet (bisher) kaum mehr Informationen finden lassen. Daher hier (sozusagen als Exkurs zu Gutamål) einige Ausführungen zum Angeldänischen:
Angeldänisch (Angeldansk, Angelmål)
Das Angeldänische (Angeldansk, Angelmål) war bis in das 19. und zum Teil bis in das 20 Jh. als Variante des Südjütländischen (Sønderjysk) in den schleswigschen Landschaften Angeln und Schwansen verbreitet. In Grenznähe wird das Südjütländische auch heute noch als Dialekt des Dänischen gesprochen.
Das Verschwinden des Angeldänischen als Umgangssprache steht am Ende eines Prozesses, in dem sich das Deutsche im Süden Schleswigs durchsetzen und regionale dänische und friesische Varianten ablösen konnte. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Etablierung des Hochdeutschen als Kirchensprache in der Zeit nach der Reformation. Auch in anderen Bereichen wie dem Handel, der Verwaltung, der Justiz, dem Schulwesen und auch im Umfeld der (deutsch geprägten) Gutshöfe konnte sich das Hochdeutsche festsetzen. Das Jütländische oder Angeldänische blieb (wie auch das Nordfriesische) auf den privaten oder familiären Raum beschränkt. Es waren also nicht erst die nationalpolitischen Umbrüche in der Mitte des 19. Jh., die zum Verstummen des Angeldänischen geführt haben, sondern letztlich Prozesse, die schon am Ende des Mittelalters und somit noch in dänischer Zeit begonnen hatten.
Auch innerhalb der in Südschleswig verbleibenden dänischen Volksgruppe verschwand das Angeldänische. Stattdessen setzt sich dort eine regional gefärbte Variante des Standarddänischen durch. Im Flensburger Raum entwickelte sich mit dem Petuh eine deutsch-dänische Michsprache (sozusagen ein deutsch gesprochenes Dänisch). Interessant ist, dass die ersten sprachpolitischen Maßnahmen zum Schutz des Dänischen durch die dänische Regierung in der Zeit des Sprachwechsels im 19. Jh. allein das Standarddänische (nicht aber regionale Dialekte) als Schutzziel hatten.
Wer sich (über das Angeldänische hinaus) für das Südjütländische interessiert, sei auf Æ Synnejysk Forening verwiesen, der sich auf der dänischen Seite der Grenze für den Dialekt engagiert.
(Auch hier der (rechtliche) Hinweis, dass diese Seite Links (Verweise) zu externen Informationsangeboten auf Servern enthält, auf deren aktuelle und zukünftige Gestaltung und Inhalte ich keinen Einfluss habe. Ich übernehme daher keine Verantwortung und Garantie für diese Informationen und billige oder unterstützte diese auch nicht.)
Was macht das Angeldänische aus?
Auch wenn das Angeldänische heute (nach meiner Kenntnis) nicht mehr gesprochen wird, lohnt sich doch ein Blick darauf, welches Dänisch in weiten Teilen Südschleswigs bis ins 19. und 20. Jh. gesprochen wurde – und welche Verbindungen und Einflüsse es zu anderen Dialekten und Sprachen gab.
Im Kern folgte das Angeldänische (wie andere jütländische Dialekte) der dänischen Standardnorm. Interessant sind vor allem die Fälle, in denen es von der standardisierten Norm abwich. Ausgehend von Hagerups und Lyngbys Standardwerk Om det danske sprog i Angel sollen hier einige Merkmale des Angeldänischen dokumentiert werden.
Ergänzend sei noch auf das Ordbog oder den danske dialekt i Angel hingewiesen, das u. a. auf Aufzeichnungen der letzten Sprecher im 20. Jh. im nördlichen Angeln zurückgeht.
Vorab einige Hinweise zur Schreibweise: Es besteht keine verbindliche Schreibweise des Angeldänischen. Es kann also durchaus sein, dass Wörter unterschiedlich schriftlich fixiert worden sind. Auch konnten lokale Unterschiede bestehen.
Das ó beschreibt ein langes, geschlossenes o (wie im deutschen Sohn oder Boot). Das ò beschreibt ein kurzes, offenes o (ähnlich dem deutschen offen). Statt ø wurde oft meist noch ö verwendet.
Grammatik
Die Grammatik des Angeldänischen folgte im Wesentlichen der standarddänischen. Im Folgenden sind vor allem die Abweichungen dokumentiert.
Artikel
Der unbestimmte Artikel glich dem in der dänischen Standardsprache. Die Aussprache tendierte jedoch etwas mehr zu einem dunkeln a.
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|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Utrum |
ein / eine |
en |
en |
|
Neutrum |
ein |
et |
et |
Der bestimmte Artikel wurde nicht (wie im Standarddänischen und in den anderen skandinavischen Sprachen) an das Substantiv als Suffix angefügt, sondern (gleich den übrigen süd- und westjütländischen Varietäten) dem Substantiv vorangestellt. Es war in Genus und Nummerus (Geschlecht und Anzahl) unveränderlich.
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Utrum |
der / die |
-en |
æ |
|
Neutrum |
das |
-et |
æ |
|
Plural |
die |
-ene / -ne |
æ |
Beispiele: æ dreng (ein Junge), æ huus (ein Haus), æ hiel by (ein ganzer Ort).
Es gab jedoch Ausnahmen wie zum Beispiel ved dagens lys (im Licht des Tages).
Genus
Die Deklination der Substantive entsprach dem Muster im Standarddänischen. Ausnahmen gab es zum Teil im Neutrum. So standen auf -else endende Wörter sowie räumliche Ausdehnungen immer im Neutrum. Zudem gab es einzelne Ausnahmen wie das Wort gång (standarddän. gang), das (anders als im Standarddänischen) im Angeldänischen im Neutrum stand.
Genitiv
Der Genitiv wurde wie in den übrigen nordischen Sprachen und Dialekten mit einem angefügten -s gebildet. Ein Beispiel ist min faers huus
Der Genitiv mit angefügten -s fand auch in adverbialen Ausdrücken mit til Anwendung. Beispiele wären til havs (auf See) oder Hesten skal gøres til penges. (Das Pferd soll zu Geld gemacht werden.)
Wurde der bestimmte Artikel æ verwendet, fand stattdessen das Possessivpronomen sin Anwendung. Beispiele sind æ præst sin kjер (dem Pastor sein Stab), æ krómmand sit huus (des Gastwirts sein Haus). Diese Konstruktionen finden sich auch im Niederdeutschen und im Norwegischen.
Plural der Substantive
In einigen Fällen wurde der Plural statt über ein hinzugefügtes -e mit über eine Veränderung im Wortinneren (innere Flexion) realisiert. Dies konnte durch eine Dehnung des Vokals oder eine Doppelung eines Konsonanten geschehen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|||
|
Singular |
Plural |
Singular |
Plural |
Singular |
Plural |
|
Ei |
Eier |
æg |
æg |
eeg |
ehg |
|
Stuhl |
Stühle |
stol |
stole |
stol |
stohl |
|
Haus |
Häuser |
hus |
huse |
huus |
huhs |
|
Pferd |
Pferde |
hest |
heste |
hest |
hèhst |
|
Tag |
Tage |
dag |
dage |
daw |
davv |
|
Bett |
Betten |
seng |
senge |
seng |
senng |
|
Auge |
Augen |
øje |
øjne |
yh |
öjjn |
Zum Teil gab es auch Pluralformen mit sowohl einer Veränderung im Wortinneren (innere Flexion) als auch mit einer Pluralendung (Suffix). Interessant ist der Plural für ein Wort wie boeg (Buch), bei dem der Plural über sowohl einen Umlaut, einen Konsonantendoppelung im Inneren als auch ein angefügtes -er ausgedrückt wurde. Aus boeg wurde im Plural bögger (vgl. schwed. böcker).
Bei Wörtern, die im Singular bereits auf -er endeten, wurde der Plural mit einem angefügten -e gebildet. Beispiele wären snedkere (Tischler), ryttere (Reiter), dættere (Töchter).
Auch Kollektivnamen hatten oft Plural. Beispiele wären: manne hakkels (viel Häcksel), di gohj vær (das gute Wetter, wörtlich: die gute Wetter)
Personalpronomen (Subjektpronomen)
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Singular
|
ich |
jeg |
æ |
anord. ek, nyorsk eg, Fjoldemål æ |
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du |
du |
dó |
gutn. däu |
|
|
er |
han |
han |
|
|
|
sie |
hun |
hón |
anord. u. schwed. hon, nynorsk ho |
|
|
es |
den/det |
den/det |
|
|
|
Plural |
wir |
vi |
vi |
Fjoldemål im |
|
ihr |
I |
i |
|
|
|
sie |
de |
di |
gutn. di |
Personalpronomen (Objektpronomen)
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
|
Singular |
mich / mir |
mig |
mæ |
gutn. mi |
|
dich / dir |
dig |
dæ |
gutn. di |
|
|
ihn / ihm |
ham |
ham |
|
|
|
sie / ihr |
hende |
hinn |
Fjoldemål hind |
|
|
es / ihm |
den/det |
den/det |
|
|
|
Plural |
uns |
os |
vos |
Fjoldemål vos |
|
euch |
jer |
jer |
Fjoldemål iem |
|
|
sie / ihnen |
dem |
dem |
|
Wurden die bestimmenden Pronomen (den, de, di, dem) unbetont verwendet, entfiel das einleitende d-. Ein Beispiel wäre: Han tajjer betaling for ‘em. (Er nimmt Bezahlung für sie.)
Die Pronomen han und hón wurden im Angeldänischen niemals für leblose Gegenstände verwendet.
Demonstrativpronomen und sächliches Personalpronomen
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Utrum |
diese(r) |
den her (denne) |
denjer |
|
Neutrum |
dieses |
det her (dette) |
denjet |
|
Plural |
diese |
de her (disse) |
dijær |
Possessivpronomen
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Singular |
mein |
min |
min |
|
dein |
din |
din |
|
|
sein/ihr |
hans, hendes, sin, sit |
hans, hendes, sin, sit |
|
|
Plural |
unser |
vores |
vor |
|
euer |
jeres |
jer, jèt |
|
|
ihr |
deres |
der, det |
Indefinitpronomen
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
(irgend) jemand, (irgend)einer |
nogen |
nòvve und vor einem Vokal nòvver |
|
(irgend)etwas |
noget |
|
|
einige |
nogle |
|
|
ein(e) andere(r) |
anden |
ahn |
|
ein anderes |
andet |
ahnt |
|
andere |
andre |
andre |
|
viele |
mange |
manne |
|
manch einer |
mangen én |
man-denjen |
|
kein/e/r, niemand |
ingen |
ingen, inne |
|
nichts |
intet |
it, eht |
Statt man wurde ausschließlich en verwendet. Ein Beispiel wäre: En kan it sih òlt, hva en tænker. (Man kann nicht alles sagen, was man denkt.)
Adjektive in der unbestimmten Form
Adjektive in der unbestimmten Form (also Adjektive, die prädikativ, adverbial oder attributiv mit unbestimmtem Artikel verwendet werden) wurden im Wesentlichen wie im Standarddänischen dekliniert.
Es gab jedoch einige Ausnahmen. Anders als im Standarddänischen folgte bei Adjektiven auf auslautende -sk und -e im Neutrum im Angeldänischen (und auch im Fjoldemål) ein -t. Aus der Endung -skt fiel jedoch das -k- heraus. Statt et dansk ord (ein dänisches Wort) hieß es im Angeldänischen somit et danst ord und statt frisk kød (frisches Fleisch) entsprechend frist kjø.
Andersherum fiel bei Adjektiven, die auf -e, -ig und -et endeten, im Angeldänischen in der unbestimmten Form im Neutrum das -t oder -gt weg. Statt et flittigt barn (ein fleißiges Kind) hieß es im Angeldänischen stattdessen et flitle baen und statt et nærigt menneske (ein geiziger Mensch) entsprechend et nære minnisk.
Bei Adjektiven, die auf -ngt, -skt und -rt enden, fielen jeweils das das -g-, das -k- und das -r- heraus. Statt langt hieß es somit zum Beispiel lòjnt.
Bei Adjektiven, die auf -rkt enden, fanden keine Veränderungen statt.
Adjektive in der bestimmten Form
Im Angeldänischen wurde dem Adjektiv in der bestimmten Form kein -e angefügt, sondern stattdessen der Stamm gedehnt (wie auch oft im Plural der Substantive). Es hieß also nicht den store, sondern den stohr.
Beispiele für attributive Adjektive in der bestimmten Form wären:
|
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Utrum |
das neue Messer |
den nye kniv |
den ny knyw |
|
Neutrum |
der neue Schaft |
det nye skaft |
de ny skawt |
|
Plural |
die neuen Pferde |
de nye heste |
di ny hæhst/hehst |
Komparation
Die Komparation glich im Wesentlichen der Komparation im Standarddänischen.
In den Fällen, in denen jedoch im Dänischen im Komparativ ein unbetontes -e hinzugefügt wird, wurde im Angeldänischen stattdessen der Stammvokal gedehnt. Es hieß im Komparativ also nicht større (größer) und bedre (besser), sondern støhr und bæhr.
Zahlen
|
Kardinalzahlen |
Ordinalzahlen |
||||
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
eins |
en |
jin, jit |
erste(r) |
første |
føhst |
|
zwei |
to |
tów |
zweite(r) |
anden/andet |
ahn |
|
drei |
tre |
tre |
dritte(r) |
tredje |
treh |
|
vier |
fire |
fihr (fih) |
vierte(r) |
fjerde |
fæhr |
|
fünf |
fem |
fem |
fünfte(r) |
femte |
femmt |
|
sechs |
seks |
sæht |
sechste(r) |
sjette |
sæht |
|
sieben |
syv |
syvven |
siebente(r) |
sjette |
syvven |
|
acht |
otte |
óten |
achte(r) |
ottende |
óten |
|
neun |
ni |
nijen |
neunte(r) |
niende |
nijen |
|
zehn |
ti |
ti |
zehnte(r) |
tiende |
tijen |
|
elf |
elleve |
elle |
elfte(r) |
ellevte |
ellet |
|
zwölf |
tolv |
tòl |
zwölfte(r) |
tolvte |
tollt |
|
dreizehn |
tretten |
tretten |
dreizehnte(r) |
trettende |
trettens |
|
vierzehn |
fjorten |
fjutten |
vierzehnte(r) |
fjortende |
fjuttens |
|
fünfzehn |
femten |
femmten |
fünfzehnte(r) |
femtende |
femmtens |
|
sechszehn |
seksten |
sajjsten |
sechszehnte(r) |
sekstende |
sajjstens |
|
siebzehn |
sytten |
sytten |
siebzehnte(r) |
syttende |
syttens |
|
achtzehn |
atten |
atten |
achtzehnte(r) |
attende |
attens |
|
neunzehn |
nitten |
nitten |
neunzehnte(r) |
nittende |
nittens |
|
zwanzig |
tyve |
tjyvv |
zwanzigste(r) |
tyvende |
tjyvvens |
Ein Uhr hieß im Angeldänischen zum Beispiel klok/klokk jin. Die Zahl eins erinnert an das Nordfriesische, wo es auf dem Festland iin (Mooring) und auf den Inseln Föhr und Amrum ian (Fering/Öömrang) heißt.
Die Uhr ist halb drei hieß im Angeldänischen Æ klokk æ halvej tre.
Ein Teil der Ordinalzahlen endete auf -s, was an die Endung englischer Ordinalzahlen auf -th erinnert (zum Beispiel: fourteenth). Im angrenzenden Dialekt auf der Geest (Fjoldemål) hatten die Ordinalzahlen zw. 13 und 19 die Endung -st (z. B. trötenst für dreizehn).
|
Kardinalzahlen zw. 30 und 1000 |
|||
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
|
dreißig |
tredive |
trerre, trörre |
|
|
vierzig |
fyrre |
firti |
ndt. veertig, schwed. fyrtio |
|
fünfzig |
halvtreds |
föfti |
ndt. fofftig |
|
sechszig |
tres |
sösti |
ndt. sostig |
|
siebzig |
halvfjerds |
sövventi |
ndt. söbentig |
|
achtzig |
firs |
taggenti |
ndt. tachentig |
|
neunzig |
halvfems |
nægenti |
ndt. negentig |
|
hundert |
hundrede |
hunner |
|
|
tausend |
tusind |
tusen |
|
Die Kardinalzahlen zw. 40 und 90 lehnten sich an die niederdeutsche Form an. Das Angeldänische wich hier also von der vigesimalen (also der auf der Zahl Zwanzig beruhenden) Zählweise des Standarddänischen ab und und orientierte sich an der dezimalen (also der auf der Zahl Zehn beruhenden) Zählweise des Niederdeutschen.
Ausdrücke wie eineinhalb/anderthalb oder jeder zweite glichen der Standardform im Dänischen (halvanden, hveranden). Eine Jahreszahl wie zum Beispiel 1801 wurde wie folgt geschrieben: hunner ò jin
Zeitangaben
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
|
Montag |
mandag |
mòndaw |
|
|
Dienstag |
tirsdag |
tisdaw |
|
|
Mittwoch |
onsdag |
vónsdaw |
|
|
Donnerstag |
torsdag |
tòsdaw |
|
|
Freitag |
fredag |
fredaw |
|
|
Samstag |
lørdag |
löwerdaw |
|
|
Sonntag |
søndag |
söndaw |
|
|
heute |
i dag |
ædaw |
|
|
täglich |
dagligt |
dawle |
z. B. De va dawle folk. |
|
immer |
altid |
ålti, åltins |
|
|
am Tag |
om dagen |
om daw |
|
|
in der Nacht |
om natten |
om nat |
|
|
am Morgen |
om morgenen |
om morn |
|
|
am Abend |
om aftenen |
om awtne |
|
|
gestern |
i går |
agoer |
|
|
gestern Abend |
i aftes |
ajawes |
|
|
morgen |
i morgen |
morn |
|
|
morgen früh |
I morgen tidlig |
mònnarl, i morgen årle |
engl. early |
|
heute früh |
i morges |
amorns |
|
|
vor einigen Tagen |
forleden dag |
den-ahndas |
|
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in diesem Jahr |
i år |
ajor |
|
|
vor einigen Jahren |
for få år siden |
de- ahntårs |
|
|
im Winter |
om vinteren |
om vinter |
|
|
im Sommer |
om sommeren |
om sommer |
|
|
im Frühling |
om foråret |
i æ fòhror |
|
|
im Herbst |
om efteråret |
å æ harrest |
|
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Weihnachten |
jul |
juwl |
|
|
Ostern |
påske |
pohsk |
|
|
Pfingsten |
pinse |
pinns |
|
|
Mittsommer |
midsommer/Sankt Hans |
missommer |
|
Im Standarddänischen wird für wiederkehrende Zeiten meist die Präposition om in Verbindung mit der bestimmten Form des Substantivs benutzt (so auch im Gutnischen). Im Angeldänischen blieb das Substantiv dagegen unbestimmt.
Zudem gibt es hier auch zwei Ausnahmen, die ohne om gebildet wurden: Im Frühling und im Herbst hießen i æ fòhror und å æ harrest.
Interrogative (Fragepronomen und Frageadverbien)
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
|
wer |
hvem |
hven |
anord. hverr, nynorsk kven, schwed. vem |
|
was |
hvad |
hvad, hva |
|
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wann |
hvornår |
hvinner, hvonær |
anord. hvenær |
|
wo |
hvor |
hvor, hvo |
|
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welche/r/s |
hvilken |
hvikken |
|
Für die Frage nach dem Zeitpunkt war auch eine Umschreibung durch på hvad tid (zu welcher Zeit) möglich (also statt des Frageworts wann).
Das Fragewort hvor konnte auch als wie verwendet werden. Ein Beispiel wäre: Uha, hvor er det net. (Uha, wie ist es nett).
Das Fragewort hvikken wurde ausschließlich in Ausrufen verwendet. Ein Beispiel wäre: Hvikken skam fò ham! (Wie schade für ihn!)
Verben
Vorab der Hinweis: In der dänischen Grammatik wurde bei Verben früher zwischen offener und geschlossener Hauptart unterschieden. Bei Verben der offenen Hauptart endet der Stamm auf einen Vokal (zum Beispiel bo), bei Verben der geschlossenen Hauptart auf einen Konsonanten (zum Beispiel elske oder spise).
In der zweiten Person Singular Präsens Indikativ bestand in einzelnen Fällen noch eine separate Endung (ähnlich wie im Gutnischen) mit der Endung -t oder -st. Auch im Englischen gab es bis in die frühen Neuzeit noch separate Endungen für die zweite Person Singular. Beispiele sind: thou canst (Du kannst), thou shalt (Du sollst), thou knowest (Du weißt) und thou art (Du bist).
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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du kannst |
du kan |
dó kat |
anord. þú kant, gutn. däu kanst |
|
du sollst, wirst |
du skal |
dó skat |
anord. þú skalt, adän. skalt, gutn. däu skatt |
|
du willst |
du vil |
dó vét |
anord. þú vilt, gutn. däu vitt |
|
du musst, darfst |
du må |
dó mòt, mòst |
anord. þú mátt, däu mast |
|
du bist |
du er |
dó est |
anord. þú ert, gutn. däu jäst |
|
du darfst, brauchst |
du behöver (historisch: du turver) |
dó tóst |
anord. þú þart, adän. törst |
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du weißt |
Du ved |
dó vést |
anord. þú veizt, adän. vedst, gutn. däu vaist |
Bei Verben, die im Stamm auf -l oder -n endeten, entfielen im Präsens, Präteritum und Perfekt die Endungen. Zur Unterscheidung wurde im Präteritum der Stamm gedehnt. Statt des standarddänischen låner (präs.) lånte (prät.) und har lånt (part. perf.) hieß es im Angeldänischen læn (präs.), låhn (prät.) und hær lån (part. perf.).
Bei Verben, die im Stamm auf -r oder -s endeten, entfiel im Präsens ebenfalls die Endung. Hieß es im Standarddänischen zum Beispiel im Präsens bærer (tragen) und spørger (fragen) hieß es im Angeldänischen bær und spör.
Bei Verben mit einem oder zwei d im Stamm schwächte sich das d zu einem r ab und verschmolz mit der Präsensendung -er. Zum Teil war noch ein Nachklang des -e vorhanden. Statt standarddänisch hedder (heißen) hieß es im Angeldänischen zum Beispiel jér’r bzw. jérre.
Im Präsens bestand bei starken Verben im Altnordischen ein Vokalwechsel (Umlaut) von a zu æ. Eine Beispiel ist der Infinitiv fara (fahren). Angestoßen durch einen i-Umlaut entwickelte sich die 3. Person Singular hier von faridi zu ferr. In den modernen skandinavischen Sprachen ist dieser Umlaut größtenteils wieder geschwunden. Eine Ausnahme bildet das Nynorsk, wo es im Präsens der starken Verben noch Formen wie fær (fahren) und kjem (kommen) gibt. Die standarddänischen Entsprechungen sind farer und kommer. Wie im Nynorsk gab es solche Umlaute bei starken Verben mit einem Stamm auf a, å oder o auch im Angeldänischen. Statt wie im Standarddänischen im Präsens graver (graben) und råder (raten) hieß es zum Beispiel græwer und ræjjer.
Verben im Imperativ besaßen noch eine spezifische Endung für den Plural auf -e(r), die ansonsten im modernen Standarddänischen geschwunden ist.
|
Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
Bedient euch, Leute |
Tag ved, folkens |
Taje(r) ve, folkens |
|
Grüßt eure Leute |
Hils jeres folk |
Hjelse(r) jèt Folk |
Im Präteritum enden die schwachen Verben im Standarddänischen auf -ede oder auf -te (letzteres bei Verben, die im Stamm auf p, t, k, s oder r, l, n enden). Im Angeldänischen wurde das auslautende -e und in vielen Fällen auch der auslautende Konsonant weggelassen. So hieß es zum Beispiel statt drømte (träumte) drömmt (also mit Wegfall des auslautenden e) und statt stoppede (stoppte) stoppe (also mit Wegfall des auslautenden e und d). Der Wegfall des auslaufenden -e im Präteritum der schwachen Verben ist auch aus dem Norwegischen bekannt. Statt dän. huskede (erinnerte) und snakkede (redete) heißt es im Bokmål husket und snakket und im Nynorsk hugsa und snakka.
Endete der Verbstamm auf einen Vokal schwächte sich das d der Endung im Präteritum zu einem j ab. Statt boede (wohnte) hieß es zum Beispiel bohj (also mit Wegfall des auslautenden e und Umwandlung des d in j). Eine ähnliche Abschwächung ist aus dem Norwegischen bekannt. So heißt es zum Beispiel statt dän. troede (glaubte) im Bokmål trodde und im Nynorsk trudde.
Das Perfekt wird im Standarddänischen bei Verben der Bewegung oder der Veränderung mit være (sein) gebildet. Bei den übrigen Verben wird have (haben) benutzt. Hier gleicht das Dänische im Wesentlichen dem Bildungsmuster im Deutschen (und Nordfriesischen). Dieses Phänomen geht auf ein gemein-germanisches Muster zurück, dass sich so auch schon im Altnordischen gab. Im Englischen und Schwedischen wurde die Bildung des Perfekt mit sein jedoch weitgehend aufgegeben. Stattdessen wird das Perfekt dort im Regelfall mit haben (have, ha) gebildet. Auch im Angeldänischen gibt es Beispiele für Verben, die abweichend vom Standarddänischen mit ha/hær gebildet wurden. Das Angeldänische lehnte sich so in gewisser Weise an die moderne Entwicklung im Englischen und Schwedischen an. Ein Beispiel wäre: Æ huus hæ follen om.
Die Bildung des Partizip Präsens (Partizip I) entsprach im Wesentlichen der Bildung im Standarddänischen. Jedoch wurde es mit einem auslautenden -e und mit einem stummen -d gesprochen. In einigen Fällen wurde noch ein -s angefügt. Sprachgeschichtlich gehen die Formen auf das altnordische -andi zurück.
Beispiele wären:
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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gehend |
gående |
gongend |
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fahrend |
kørende |
agend |
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kaufend |
købende |
kjøhfens |
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zerstörend |
ødelæggende |
øhléggens |
Starke Verben im Partizip Perfekt besaßen im Angeldänischen zum Teil noch eine spezifische Endung auf -en, die inzwischen im Standarddänischen ebenfalls geschwunden ist. Sie geht auf das Altnordische und letztlich auf das Urgermanische zurück. So lautete die Partizipendung starker Verben im Altnordischen auf -inn (mask.), -in (fem.) oder -it (neutr.). Im Urgermanischen lautet die Endung vermutlich *-anaz. Noch heute werden das Partizip Perfekt starker oder unregelmäßiger (geschichtlich oft auch starke Verben) Verben im Deutschen und Englischen mit -en gebildet (zum Beispiel im Dt. gegessen, gefahren, gesehen, im Engl. eaten, driven, seen). Im modernen Standarddänisch wird das Partizip Perfekt heute nahezu in allen Formen mit -e(t) gebildet, ausgehend von der Endung für das Partizip Perfekt der schwachen Verben. Allein in adjektivischer Verwendung findet sich noch die Endung -en. Ein Beispiel aus dem Standarddänischen ist har skrevet (habe geschrieben) für das starke Verb im Partizip Perfekt und skreven ord (geschriebenes Wort) für das Adjektiv. Das Angeldänische war insofern konservativer (und in gewisser Weise näher am Deutschen und Englischen), da es bei vielen starken Verben im Partizip Perfekt noch das -en beibehalten hat. Statt har skrevet heißt es entsprechend im Angeldänischen hær skrövven. Es gibt jedoch ebenso Formen, die (wie im standardisierten Dänisch) (bereits) auf -et oder apokopiert (verkürzt) -e. Statt har taget (hat genommen), har ridet (ist geritten), har gnedet (hat gerieben) und har lyvet (hat gelogen) hieß es im Angeldänischen hær tajje, hær rejje, hær nèjje und hær lavve.
Wie im Standarddänischen und den übrigen skandinavischen Sprachen bestanden auch im Angeldänischen s-Verben. Diese gehen geschichtlich auf das Reflexivpronomen sik (sich) zurück und können entweder reflexiv (auf sich selbst zurückwirkend), reziprok (wechselseitig), als Deponentien (passivisch in der Form, aktivisch in der Bedeutung) oder als Passiv verwendet werden. Zusammenfassend werden diese auch als mediale Verben oder als Mediopassiv umschrieben. Für die passivische Verwendung wurde im Angeldänischen jedoch abweichend vom s-Passiv meist eine Umschreibung mit vorde (werden) genutzt. Dies entspricht auch der Entwicklung im Standarddänischen und Norwegischen, wo die Umschreibung mit blive bzw. bli am weitesten verbreitet ist. Die Form auf -s wurde eher selten genutzt.
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Passiv über s-Verb (synthetisches Passiv): |
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De fògjæes òlr. |
Es wird niemals vergessen. |
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De må olt mætajes. |
Es muss alles mitgenommen werden. |
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Uvenskabet forslides nok |
Die Feindschaft wird wohl aufgerieben / abgenutzt / verschlissen. |
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Passiv über Umschreibung mit vorde (analytisches oder periphrastisches Passiv): |
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De ka vur brugt. |
Es kann genutzt/verwendet werden. |
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De ver mö'l sój. |
Es wird oft gesagt. |
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De hæ vurn fò silde. |
Es ist zu spät geworden. |
Deutlich öfter fand das s-Verb in seiner reflexiven, reziproken oder deponenten Bedeutung Verwendung. Ein Beispiel für die Verwendung als deponentes Verb (also ein in Form passives und in der Bedeutung aktives Verb) war tykkes, das dem standarddänischen Deponent synes entsprach und soviel wie meinen oder finden bedeutete. Ein weiteres Beispiel für einen Deponent wäre tryws in Entsprechung des standarddänischen trives für sich wohlfühlen.
Beispiele für einzelne Verben:
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Infinitiv |
Indikativ |
Präteritum (Imperfekt) |
Partizip |
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wohnen |
boe |
boer |
bohj |
bój |
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pflügen |
plòυν |
plovver |
plovve |
plovve |
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suchen |
søhg |
søger |
søhgt |
søgt |
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reden |
snahk |
snakker |
snukke |
snukke |
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wachsen |
groe |
groer |
grohj |
grój |
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träumen |
drömm |
drömmer |
drömmt |
drömt |
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denken |
tannk |
tænker |
tinnt |
tint |
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erinnern (dän. huske) |
hòvvs |
hòvser |
hòvvst |
hòvvst |
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tun, machen |
gyhr |
gyr |
gyhr |
gyhr |
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kaufen |
kjøhf |
kjøfer |
köjjt |
köjt |
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fahren |
kjøhr |
kjør |
kjøhr |
kjøer |
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verkaufen |
sell |
sèl |
sohl |
soel |
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sitzen |
seh |
sir'r |
sa |
sèt |
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geben |
gi |
gier |
ga |
gi |
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schreien |
skrihg |
skrigger |
skreg |
skréggen |
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gleiten |
glih |
glier |
glèj |
glèjjen |
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bleiben |
blyvv |
blywer |
blöw |
blövven |
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helfen |
hjællp |
hjælper |
hjalp |
hjòlpen |
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kommen |
komm |
kömmer |
kam |
kommen |
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sagen |
sæjj |
sier, sir, sér, sæjjer |
såj, só |
Såj, såt |
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singen |
synng |
synger |
sang |
sungen |
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bekommen |
fåe |
fæer |
fèk |
fòn |
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gehen |
gåe |
gaer |
gik |
gòn |
Interessant ist das Modalverb må (müssen), dass im Angeldänischen als må oder mòst realisiert wurde, was an das englische must und das schwedische måste erinnert. Ein Beispiel wäre: Æ most hjim. (Ich muss nach hause.)
Aussprache
Vokale
Das Angeldänische wich in seiner Vokalentwicklung zum Teil vom Standarddänischen ab.
Zum Beispiel trat vor den Konsonanten f und v anstelle des standarddänischen å oder ò im Angeldänischen ein a. Andersherum trat vor den Konsonanten l, n und ng anstelle des standarddänischen a oft ein å oder ò.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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å / ò → a |
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grob |
grov |
graw |
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Decke |
loft |
lawt |
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schlafen |
sove |
savv, savve |
gutn. sive |
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a → å / ò |
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Gang, Mal |
gang |
góng |
schwed. gång |
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lang |
lang |
lòng, lòjnt |
schwed. lång, engl. long |
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Montag |
mandag |
móndaw |
isl. mánudagur, anord. mánadagr |
Ebenfalls dokumentiert sind Vokalveränderungen, bei denen das Standarddänische ein a und das Angeldänische ein æ aufwies.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Tochter |
datter |
dætter |
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Farbe |
farve |
færre, færve |
schwed. färg |
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Macht, Kraft |
magt |
mæjt |
engl. might |
Auch viele Verben mit einem a als Stammvokal lauteten im Angeldänischen im Präsens (auf –er endend) auf æ um.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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backen |
bager |
bægger |
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schmecken |
smager |
smægger |
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fallen |
falder |
fælder |
anord. ek fell, þú fellr, hann fellr usw. |
In mehreren Fällen fanden sich Übereinstimmungen mit altnordischen oder übrigen nordischen Formen, die es so im Standarddänischen nicht mehr gab und gib (oder im Schriftbild nicht abgebildet wird):
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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vorwärts |
frem |
fram |
isl. framm, schwed. und gutn. fram |
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Schuld |
gæld |
gjahl |
isl. gjald |
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Herz |
hjærte |
hjaht |
isl. hjarta, nynorsk hjarte |
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schwer |
svær |
svar |
schwed. svår |
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selten |
sjælden |
sjòlden |
anord. sjaldan, isl. sjaldan |
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schließen, abschließen |
låse |
lahs |
anord. u. isl. læsa |
Wie in anderen dänischen und nordischen Dialekten und Sprachen wird oft anstelle eines o-Lautes im Angeldänischen ein u-Laut gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Bauer |
bonde |
buhnd |
anord. bóndi, gutn. bonde, båunde |
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Frau |
kone |
kuhn |
anord. kona |
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Honig |
honning |
hunne |
anord. und isl. hunang, gutn. hånnungg |
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König |
konge |
kunng |
anord. konungr, isl. konungur, gutn. kungg, kuningg |
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Wagen |
vogn |
vuun |
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Andersherum entwickelte sich in vielen Fällen anstelle des standarddänischen u-Lautes im Angeldänischen ein ò- oder ó-Laut.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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schließen |
lukke |
lohk |
anord. lúka |
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Loch |
hul |
hól |
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Augenblick, Weile |
stund |
stohjnd |
gutn. stund |
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Botschaft, Gebot |
bud |
bòj |
anord. boð |
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Braut |
brud |
brò |
anord. brúðr |
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Bogen |
bue |
bow |
anord. bogi, gutn. buge |
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Taube |
due |
dow |
anord. dúfa, gutn. däue |
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Mütze |
hue |
how |
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Vogel |
fugl |
fowl |
anord. fugl, gutn. fäugel |
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Hose |
bukser |
bows |
anord. brók (brækr) |
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erinnern |
huske |
hows |
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pflücken |
plukke |
plòhk |
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Auch das im Standarddänischen anlautende u wurde im Angeldänischen in der Regel als o-Laut realisiert
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Mühe |
umage |
omag |
isl. ómak, gutn. omak |
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unmöglich |
umulig |
omöjle |
isl. ómögulegur, schwed. omöjlig |
Wo das Standarddänische einen e- oder æ-Laut aufweist, wurde im Angeldänischen oft ein i oder ie gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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mehr |
mere |
mier |
anord. meir |
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spät |
sen |
sien |
anord. seinn |
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Stein |
sten |
stien |
anord. steinn |
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brennen, verbrennen |
brænde |
brinn |
anord. brenna, schwed. brinna |
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holen |
hente |
hinnt |
anord. henta |
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Freund |
ven |
vin |
anord. vinr |
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Berg |
bjerg |
bjirre |
anord. berg |
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bergen, retten |
bjerge |
bjirr |
anord. bjarga |
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Gras |
græs |
gris |
anord. gras |
Auch das standarddänische i mit nachfolgendem l-Laut entsprach meist einem ie im Angeldänischen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Feuer |
ild |
ield |
anord. eldr |
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Quelle, Brunnen |
kilde |
kjéhl |
anord. kelda |
Die vor den Konsonanten f und v stehenden standarddänischen Vokale e und æ wurden im Angeldänischen gerundeter als ö gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Brief |
brev |
bröw |
anord. brēf |
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wurden |
blev |
blöw |
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fordern |
kræve |
krövv |
anord. krefja |
Die Rundung zu ö (ø) fand sich auch dort, wo das Standarddänische ein -ift spricht.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Schrift |
skrift |
skröwt |
anord. skript |
Die Rundung zu ö war auch vor anderen Konsonanten feststellbar.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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lesen |
læse |
löhs |
anord. lesa |
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Milch |
mælk |
mjölk |
anord. mjǫlk, schwed. mjölk, gutn. mjalk, mjälk |
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Mehl |
mel |
mjöl |
anord. mjǫl, schwed. mjöl, gutn. mjöl, mjel (mjäl) |
Anstelle des standarddänischen i und ø wurde im Angeldänischen meist ein y gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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iv → yv (yw) |
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bleiben |
blive |
blyvv |
anord. biða |
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schreiben |
skrive |
skryvv |
anord. skrifa, rita, gutn. skreive, ripe |
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Messer |
kniv |
knyw |
anord. knífr |
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Leben |
liv |
lyw |
anord. līf |
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ø → y |
|||
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Blut |
blød |
blye |
anord. blóð, gutn. blaud, blåud, |
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Grütze, Brei |
grød |
grye |
anord. grautr, gutn. gråit |
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Ohr |
øre |
yhr |
anord. eyra |
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Tonne, Fass |
tønde |
tynn |
anord. tunna, schwed. tunna, gutn. tunne |
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hören |
høre |
hyhr |
anord. heyra |
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kaufen |
købe |
kyhf (kjøhf) |
anord. kaupa, gutn. kaupe |
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øj → y |
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beugen |
bøje |
byh |
anord. beygja |
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Beugung |
bøjning |
byh |
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hoch |
høj |
hy |
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Hügel |
høj, højde |
hyh |
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rechts |
højre |
hyhr |
anord. hægri, gutn. hygar |
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Kleidung |
tøj |
ty |
mittelndt. tüg, dt. Zeug, engl. toy, vgl. anord. klæði, gutn.kledi/kledar, dän. auch påklædning |
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Auge |
øje |
yh |
anord. auga, gutn. auge |
In einzelnen Wörtern stand anstelle des im Standarddänischen gesprochenen ej im Angeldänischen ein i.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Küster, Diakon |
degn |
dien |
anord. djákn |
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Schnecke |
snegl |
sniil |
anord. snigill, gutn. snägel |
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aber: |
|||
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Regen |
regn |
ræn |
anord. regn, gutn. regn, rängn |
Adjektive und Adverbien, die im Standarddänischen auf -ig enden, wurden im Angeldänischen ohne das auslautende g gesprochen. Zudem wurde anstelle eines e ein i gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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billig, günstig |
billig |
bille |
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gefährlich |
farlig |
falle |
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früh |
tidlig |
tille |
Konsonanten
Das b wurde ausschließlich im Wortanlaut artikuliert und ging ansonsten zu einem f über. Das b wurde also zu einem f frikativiert. Es entspricht dem p oder t im Altnordischen und dem p im Englischen und Schwedischen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Bibel |
bibel |
bifl |
anord. biblía |
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Tropfen |
dråbe |
dråhf |
anord. dropi, gutn. drupe |
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taufen |
døbe |
døhf |
anord. deypa, gutn. döipe |
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kaufen |
købe |
kjøhf |
anord. kaupa, gutn. kaupe |
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laufen |
løbe |
løhf |
anord. hlaupa |
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Schrank |
skab |
skaff |
anord. skáp, schwed. u. gutn. skåp |
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Seife |
sæbe |
sief (seef) |
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Apfel |
æble |
æhfl |
anord. epli |
Das f wiederum ging in ein weiches v (w) über, dies insbesondere vor einem t.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Abend |
aften |
awten |
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Schaft |
skaft |
skawt |
Eine Ausnahme hierzu war die dänische Präposition efter, die im Angeldänischen als etter realisiert wurde (sonst im Jütländischen atter).
Das weiche d nach einem Vokal wurde im Angeldänischen entweder ausgelassen oder wurde als j- oder r-Laut wiedergegeben. Gerade die Wiedergabe mit r ist im gesamten südjütländischen / schleswigschen Dialektraum verbreitet. Auch im Fünischen wird das weiche d nicht gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Straße |
gade |
gah |
anord. stræti. |
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draußen |
ude |
uh |
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bei |
ved |
ve |
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endlich, schließlich |
omsider |
omsier |
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Schmied |
smed |
smej |
anord. smiðr |
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Stadt |
stad |
staj |
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Zeit |
tid |
tij |
anord. tíð |
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Sattel |
sadel |
sajl |
anord. sǫðull |
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Guten Abend |
godaften |
gójawten |
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Scheune |
lade |
lahj, lai |
anord. hlaða |
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Stoß |
stod |
styr |
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Tischler |
snedker |
snèrker |
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Schmiede |
smedje |
smérre |
anord. smiðja |
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dritte/r/s |
tredje |
trérre |
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heißen (Präsensform) |
hedder |
jer‘r |
anord. heiti, heitir usw., gutn. haite |
Das g im Anlaut wurde (wie standardisierten Dänisch) deutlich gesprochen. Beispiele wären gammel oder glad.
Nach einem Vokal Im Wortinneren hatte es sich jedoch oft zu einem j-, v- oder w-Laut abgeschwächt (Lenisierung).
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Macht, Kraft |
magt |
majt |
anord. máttr |
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Knecht |
knegt |
knejt |
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Lüge |
løgn |
løjn |
anord. lygi |
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ziehen |
drage |
drajj |
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nehmen |
tage |
tajj |
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Kirchspiel |
sogn |
sawn |
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Tag |
dag |
daw |
anord. dagr |
Auch Laute wie die Doppelkonsonanten gs oder ks fanden sich im Angeldänisch faktisch nicht.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Schere |
saks |
saws |
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sechs |
seks |
sæjs |
anord. sex |
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wachsen |
vokse |
vows |
anord. vaxa |
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Hose |
bukser |
böjjs, bòws |
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Auch ein g vor einem n verschwand.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Funke |
gnist |
nist |
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reiben |
gnide |
nih |
Ebenso verschwand oder verschmolz ein g nach einem l- oder r-Laut und fügte am Wortende ein e hinzu.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Berg |
bjerg |
bjirre |
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Welle |
bølge |
bulle |
Das g schwand auch in den Konsonantenverbindungen nkt, ngt, und ngs.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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dachte, gedacht |
tænkte, tænkt |
tinnt, tint |
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lang |
langt |
lòjnt |
In vielen anderen Fällen blieb das g jedoch noch hörbar. Dies betraf vor allem solche g-Laute nach Vokalen am Wortende. Beispiele wären nach lang gesprochenen Vokalen bóg (Buch), klóg (klug) und syg (krank) und nach kurz gesprochenen Vokalen eg (Ei) und skég (Bart).
Noch deutlicher wurde dies bei Verdoppelungen. Beispiele wären pigger (Mädchen) und bögger (Bücher).
Interessant ist auch, dass aus dem Deutschen stammende Wörter mit anlautendem g immer aspiriert als gh gesprochen wurden. Es hieß entsprechend nicht Gott, sondern ghott.
Anders als zum Beispiel im Nordjütländischen wurde ein h wird vor einem j- oder v-Laut nicht ausgesprochen (blieb also stumm).
Bei Wörtern mit e wurde zum Teil ein j vorangestellt. Aus dem Namen Erik wurde entsprechend Jerk (vgl. schwed. Jerker).
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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eine/r |
én |
jen (jin) |
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heißen |
hedde |
hjeh |
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heimlich |
hemmelig |
hjimle |
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grüßen |
hilse |
hjells |
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diese/r (Dem.pron.) |
den her |
denhjèr |
Das l wurde weiter hinten im Gaumen mit einem Zungenspitzenschlag gesprochen, hatte somit eine deutlich dunklere Färbung und erinnerte an die Aussprache im Norwegischen (dort als tjukk l ≈ dickes l oder auch Retroflex-Flap bezeichnet). Dies wurde besonders bei Doppelung und vor g und k deutlich.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Auf Wiedersehen |
farvel |
farværl |
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gefährlich |
farlig |
falle |
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Mühle |
mølle |
møll |
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Hilfe |
hjælp |
hjallep |
Ein l und n vor einem -d und -t wurde mit einem vorangestellten j- gesprochen. Statt salt (Salz) hieß es also im Angeldänischen sojlt.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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gefallen |
faldt |
fojldt |
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Salz |
salt |
sojlt |
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blind |
blind |
blehjnd |
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Land |
land |
lahjnd |
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Sand |
sand |
sahjnd |
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Sünde |
synd |
søhjnd |
Zum Teil schob sich zwischen n und k ein e ein.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Witwe |
enke |
ennek |
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pochen |
dunke |
dunnek |
Das r wurde (anders als im Standarddänischen) an der Zungenspitze gerollt. In der Aussprache hatte es sich beinahe einem d oder l-Laut angenähert. Die Aussprache stand somit dem Norwegischen nahe.
Wurde ein mit einem Vokal anlautendes Wort mit dem (südjütländischen) Artikel æ eingeleitet, schob sich ein r zwischen beide Vokale. Gleiches Phänomen trat auf, bei vorangestellten Wörtern mit Vokal. Das r verhinderte so den Zusammenstoß zweier sonst aufeinanderfolgender Vokale.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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das Jahr |
året |
æ(r) øg |
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viele Jahre |
mange år |
manne(r) oer |
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Das weiß ich nicht. |
Det ved jeg ikke. |
De vé(r) æ itt. |
Vor einem -t fiel das g oder k weg.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
lang, weit |
langt |
lòjnt |
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dachte |
tænkte |
tinnt |
Bei einem nachfolgenden l-, n-, s- oder t-Laut verschmolz das r jedoch (wie im Nordjütländischen, im Norwegischen und im Gutamål) mit diesen zu einem retroflexen Laut (Assimilation).
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
|
gefährlich |
farlig |
falle |
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Kind |
barn |
baen |
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Dienstag |
tirsdag |
tissdaw |
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Donnerstag |
torsdag |
tossdaw |
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Kreuz |
kors |
koss |
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trocken |
tørt |
tött |
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schwarz |
sort |
sótt |
Im Auslaut wurde das r nicht oder kaum gesprochen. Die Aussprache glich hier dem Standarddänischem. Beispiele sind Wörter wie er, var, hær.
Die im Standarddänischen vor einem t stehenden Konsonanten r, f und k fielen im Angeldänischen weg.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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geschlossen |
lukket |
lutt |
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dünken |
tykkes |
tott |
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decken, Dach decken |
tække |
tåt |
Andere vor einem t stehenden Konsonanten wurden wie j oder v gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Macht, Kraft |
magt |
majt |
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beabsichtigen |
agter |
awter |
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kaufen |
købt |
køjt |
Vor den anlautenden oder inlautenden gerundeten Vokalen o, u und ö stand im Angeldänischen oft ein v.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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uns |
os |
vòs |
anord. oss, gutn. us, uss |
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Mittwoch |
onsdag |
vonnsdaw |
anord. óðinsdagr |
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Wurm |
orm |
vórm |
anord. ormr |
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seltsam |
underlig |
vunnle |
anord. undarligr |
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Wunsch |
ønske |
vönnsk |
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Ecke |
hjørne |
hvörrn |
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Getreide |
korn |
kvónn |
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Dorn |
torn |
tvónn |
anord. þorn |
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schwarz |
sort |
svótt, sótt |
anord. svartr |
Sprachgeschichtlich geht das v oder w auf das urgermanische w zurück, das im Altnordischen und in den späteren modernen skandinavischen Sprachen vor runden Vokalen wie u oder o oft wegfiel, im Deutschen oder Englischen jedoch erhalten blieb. Beispiele für das Deutsche wären Wurm, Wunder, und für das Englische entsprechend worm, wonder (gegenüber dem dänischen orm, under).
Oder mit einem anderen Beispiel: Das urgermanische wunskjan (wünschen) entwickelte sich im Englischen zu wish, im Altnordischen zu æskja und im modernen Dänisch zu ønske.
Das Angeldänische wich hier also von der Entwicklung der nordischen Sprachen ab und übernahm ein Charakteristikum der westgermanischen Sprachen Deutsch und Englisch.
In anderen Fällen wurde es (wie im übrigen skandinavischen Sprachraum) ohne einlautendes w oder v gesprochen.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Wort |
ord |
ord |
anord. orð, engl. word |
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Wolf |
ulv |
uer |
anord. úlfr, engl. wolf |
Anders als im Deutschen oder Englischen fiel auch das anlautende j oft weg.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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jung |
ung |
ung, öngst |
engl. young |
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Jahr |
år |
aar |
engl. year |
Ebenfalls im Vergleich zum Deutschen und Englischen fiel das ch oder h vor einem t weg.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweise |
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Nacht |
nat |
nat |
engl. night |
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Tochter |
datter |
dætter |
engl. daughter |
Ein im Standarddänischen nach den Konsonanten l und r auftretendes v schwand im Angeldänischen. Stattdessen wurde am Wortende ein e ergänzt. Anders ausgedrückt: Das v assimilierte an ein vorangehendes l oder r unter Hinzufügung eines stützenden e.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Kalb |
kalv |
kalle |
anord. kalfr |
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Wolf |
ulv |
ulle |
anord. ulfr |
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Fußboden |
gulv |
gólle |
anord. golf |
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Sorge, Trauer |
sorg |
sorre |
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Farbe |
farve |
færre |
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wölben |
hvælve |
valle |
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Korb |
kurv |
kòrre |
anord. körf |
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Torf |
tørv |
tòrre |
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Ein nach einem Vokal stehendes v wurde im Angeldänischen (wie in anderen dänischen Dialekten) hingegen immer weich ausgesprochen.
Auch interessant: Das Wort allerede (bereits) hieß im Angeldänischen att oder alt. Das Wort alt (alles) hingegen òlt.
Endungen
Statt der im Standänischen verwendeten Endung -skap hieß es im Angeldänischen -skop.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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Eigenschaft |
egenskab |
ejenskop |
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Nachbarschaft |
naboskab |
nahfskop |
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Werkzeug, Gerät |
redskab |
redskop |
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Gesellschaft |
selskab |
selskop |
Die Endung -hed wurde zu -heit. Ein Bespiel wäre möjlighejt.
Die Endungen -ig und -et (-ed) wurden immer wie -e ausgesprochen. Ein Wort wie stenet (steinig) wurde im Angeldänischen sténnere gesprochen.
Die Endung -lig wurde als -le gesprochen. Ein Wort wie flittelig (fleißig) wurde s0 zu flitle.
Die Endung -som wurde oft genutzt. Zwei Beispiele wären wären sansom (sinnlich) und spildsom (verschwenderisch). Auch die Endung -vorn war im Angeldänischen weit verbreitet, wohingegegn sie heute im modernen Dänisch nahezu komplett verschwunden ist. Beispiele wären splenvorn
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
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launisch |
lunefuld |
splenvorn |
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streitsüchtig |
stridbar |
trætvorn |
Die Suffixe -ind und -ing ließen sich im gesprochenen Angeldänisch nicht auseinanderhalten, da die weichen auslautenden -g und -d jeweils verschliffen wurden. Das betraf zum Beispiel auch die (vermutlich auf die Angeln zurückgehenden gemeingermanischen) Ortsnamen wie Gelting oder Füsing (dän. Fysing). Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass das Partizip Präsens des Deutschen und Dänischen auf -end(e) dem englischen auf -ing entspricht (also gehend oder gående entspricht dem englischen going).
Das rollende r
Das r wurde wie in anderen Teilen Skandinaviens als gerolltes Zungenspitzen-r gesprochen.
-ind und -ing
Die Suffixe -ind und -ing ließen sich im gesprochenen Angeldänisch nicht auseinanderhalten, da die weichen auslautenden -g und -d jeweils verschliffen wurden. Das betraf zum Beispiel auch die (vermutlich auf die Angeln zurückgehenden gemeingermanischen) Ortsnamen wie Gelting oder Füsing (dän. Fysing). Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass das Partizip Präsens des Deutschen und Dänischen auf -end(e) dem englischen auf -ing entspricht (also gehend oder gående entspricht dem englischen going).
Tonale Akzente
Abweichend vom Standarddänischen wurden im Angeldänischen noch die tonalen Akzente dokumentiert. Tonale Akzente bedeuten eine Veränderung der Tonhöhe. Tonale Akzente finden sich heute noch in den (angrenzenden) jütländischen Dialekten im Sundeved und auf Als, in den inseldänischen Dialekten auf Ærø und Langeland, als auch im Schwedischen, Norwegischen und Gutnischen (Gutamål). Mit Hilfe tonaler Akzente können gleich geschriebene Wörter über einen unterschiedlichen Tonverlauf eine unterschiedliche Bedeutung erhalten.
Die skandinavischen Sprachen kennen zwei Akzentmuster (Akzent 1 und 2). Wörter mit Akzent 1 wurden im Altnordischen mit einer Silbe gebildet. Wörter mit Akzent 2 wurden im Altnordischen mit zwei oder mehr Silben gebildet. Die charakteristische Sprachmelodie skandinavischer Sprachen wie des Schwedischen (und früher auch des Angeldänischen) geht auf diese beiden tonalen Akzente zurück. Das Dänische gab diese Tonalität jedoch größtenteils auf, indem der Akzent 1 durch den Stoßton abgelöst wurde.
Einzelne Wörter
Nachfolgend eine Auswahl von Wörtern und Ausdrücken aus dem Angeldänischen.
Die Präposition af (von) wurde im Angeldänischen wie aw oder a gesprochen. Ein Beispiel wäre: Han hæ nok a 'em (af dem). (Er hat genug von ihnen.)
Das Wort åjans bedeutete eben, vor einer Weile und entsprach dem gutnischen ei jåns. Ein Beispielsatz wäre: Han va her ajåns. (Er war eben hier.)
Das Wort aldrig (niemals) wurde im Angeldänischen òller ausgesprochen. Ähnlich das Wort alder (Alter), das auf Angeldänisch olr (vgl. schwed. ålder) ausgesprochen wurde.
Die Wörter al (alles) und alt (alles, ganz) wurden im Angeldänischen åll und ått ausgesprochen. Entsprechend hieß es auch ålti oder åltins (immer), ållvæjn (allerorten, überall, im modernen Dänisch: allevegne) und åljenn (allein).
Das Pronomen anden (anderer, andere, anderes) wurde im Angeldänischen ahn bzw. ahnt ausgesprochen. Ein Beispielsatz wäre: Æ buhnd hær æ skahj, men enahn hær æ skam. (Der Bauer hat den Schaden, aber ein anderer hat das schlechte Gewissen. Soll heißen: Den wirtschaftlichen Schaden für eine Verfehlung eines Angestellten trifft den Bauern.)
Statt bange (ängstlich) hieß es im Angeldänischen (auch) ræd.
Statt tale om, forhandle (besprechen, verhandeln) konnte im Angeldänischen auch besnakke verwendet werden. Wurde schlecht über eine Person gesprochen, hieß es besnakke en.
Bei einem günstigen Kauf wurde statt des standarddänischen Adjektivs billig (günstig) das Wort volfejl benutzt.
Statt des standarddänischen gåde (Rätsel) wurde im Angeldänische rådelse verwendet. Auch das Verb gætte (raten) entsprach im Angeldänischen råde.
Das angeldänische harrest entsprach sowohl dem standarddänischen høst (Ernte) als auch efterår (Herbst). Es erinnert an das englische harvest für die Ernte (vgl. auch nynorsk und gutn. haust).
Das Wort hav (Meer) wurde zuzsammenfassend für Strand und Meer benutzt.
Neben væhk (weg) wurde im Angeldänischen auch henn (henne) gesagt. Ein Beispiel wäre: Æ ryvver è raj henn' oll. (Die Rechen sind bald alle weg.)
Statt herhen (hierher) wurde im Angeldänischen hi(d) benutzt.
Statt bedrage, snyde oder narre (betrügen) wurde im Angeldänischen das Verb hie benutzt. Ein Beispielsatz wäre: Han hier dæ. (Er betrügt dich.)
Ähnlich wie im Gutnischen wurde im Angeldänischen noch das altnordische Pronomen hin(n) verwendet.
Eine kleine Baumgruppe wurde als holte bezeichnet.
Das Adjektiv høj wurde im Angeldänischen hy ausgesprochen. Im Neutrum wurde es zu høtt und im Plural mit Dehnung zu hyh. Die Verben hæve und højne (erheben) hießen entsprechend im Angeldänischen hövv und forhøje (erhöhen) hieß fohövv. Ein Beispielsatz wäre: Æ lahjnd hövver. (Der Boden hebt sich.) Als Namensbestandteil für einen Hügel fand sich hy auch in Ortsnamen.
Das angeldänische høge bedeutete Spaß oder Vergnügen. Beispiel wären: Det var ham ret en høge. (Das war ihm ein Vergnügen.). Auch: Det høgte ham ret. (Das gefiel ihm.)
Statt hånd (Hand) hieß es im Angeldänischen meist hahjnd und im Plural hinr.
Das standarddänische Indefinitpronomen intet (nichts) hieß im Angeldänische itt. Ein Beispielsatz wäre: Han hær itt, å han fær itt, å han hær òlr itt håj. (Er hat nichts, er bekommt nichts und er hat niemals etwas gehabt.)
Wurde eine Person gesiezt, so hieß dies im Angeldänischen itte. Die Person wurde also nicht mit De (Sie), sondern mit I (Ihr) angesprochen. Wobei sich auch das De im 19. Jh. durchsetzte. Die Ansprache mit Du heißt und hieß im Dänischen dutte.
Dem standarddänischen ivrig (eifrig) entsprach das angeldänische jöwr, das auch im Sonne von hitzig oder zornig verwendet wurde.
Im Angeldänischen gab es das Verb jatte, das zu etwas ja sagen oder versprechen bedeutete (vgl. love im Standarddänischen).
Das standarddänische jævnt (gleich, eben) wurde im Angeldänischen jawnt gesprochen und hatte auch die Bedeutung gerade, eben, eben erst, genau. Beispiele wären: Dó kam jawnt te tih (tide). (Du kamst genau zur rechten Zeit, oft irnoisch verwendet.), Han va her jawnt. (Er war gerade eben noch hier.) und Han gik jawnt ur a æ dör. (Er ist gerade eben erst zur Tür hinausgegangen.)
Interessant ist die Entsprechung für das standarddänische kilde (Quelle), das im Angeldänischen kjehl (und im Plural kjiller) gesprochen wurde und eher für einen Brunen (standarddän. brønd) verwendet wurde. Eine Quelle wurde im Angeldänischen dagegen als kvell bezeichnet.
Das Wort konstant wurde in der Bedeutung gesund (dän. rask) verwendet. Ein Beispielsatz wäre: No æ han hiel kontant igjen. (Nun ist er wieder ganz gesund.)
Das Adverb kortud wird im Standarddänischen kaum noch verwendet. Es heißt kurzum oder ohne Umschweife. Eine Beispiel wäre: Han vilde kortud ikke. (Er will einfach nicht.)
Das standarddänische kådsted (Katenstelle) entsprach das angeldänische kåstej. Kåd (Kate) hieß entsprechend kå und kådner (Kätner) hieß kåjner.
Interessant ist auch das Wort kår, das auf das altnordische kør zurückgeht und heute im Standarddänischen meist im Sinne von Verhältnisse oder Lebensumstände verwendet wird. Im Angeldänischen stand es jedoch für Unterschied (dän. forskel) und auch für Wahl (dän. valg), im letzteren Fall stand es in der Bedeutung noch dem Altnordischen näher. Davon abgeleitet war das Verb kåre für einen Unterschied machen (dän. gøre en forskell). Statt gøre en forskell wurde daneben auch oft das Verb skjelle verwendet. Seltener wurde das dänische forskell (forskjel) oder das an das Deutsche angelehnte underskjel benutzt. Statt forskellig (unterschiedlich) wurde ulige (ungleich) verwendet (vgl. nynorsk ulik). Skjelsmål eller skjel meinte eine Unterscheidung oder Grenze zum Beispiel zwischen Äckern oder Feldern.
Das standarddänische Substantiv lag (Schicht, soziale Schicht) entsprach dem angeldänischen law. Anders als im modernen Dänisch wurde es im Angeldänischen nicht allein für Schicht, sondern auch als Konjunktion in Entsprechung des dänischen dengang da (damals als) und imens (während, währenddessen) verwendet. Beispiele für die unterschiedlichen Bedeutungen oder Anwendungen:
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Angeldänisch |
Deutsch |
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Der æ et growt law gréss å ær eng. |
Es ist eine dicke/grobe Schicht Grass auf der Wiese. |
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Han æ mö'l fò tysk te å komm i vott law. |
Er ist zu deutsch, um in unsere Schicht/Gesellschaft zu kommen. |
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Han bryr it a law op. |
Er verlässt nicht eine (gute) Schichte/Gesellschaft. |
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als Konjunktion: |
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Law æ dannsk kam. |
Als die Dänen kamen. |
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En ska så, law e a tött. |
Man soll säen, während (solange) es trocken ist. |
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Æ træ ska byhs (bøjes), law e æ ungt. |
Der Baum muss gebogen werden, solange/während er jung ist. |
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als Adverb: |
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Æ kan æh dòvr ælaw. |
Ich kann währenddessen (derweil) das Frühstück essen. |
Im letzten Satz fällt auf, dass für Frühstück das Wort dòvr (standarddän. davre) genutzt wurde, dass sich auch in den nordischen Sprachen findet (schwed. dagvard, norw. dugurd, anord. dagverðr), heute aber kaum noch genutzt wird. Stattdessen wird im modernen Dänisch heute das Wort morgenmad verwendet.
Obschon im modernen Dänisch nicht mehr existent, bestand im Angeldänischen noch das Adjektiv kærig, gesprochen kære, in der Bedeutung mühsam, beschwerlich. Beispielsätze wären: De æ dog så kære trågt mæ de barn. (Es ist doch so ein mühsamer Kummer mit dem Kind.) und Der æ en kære syssel ve de ungkre. (Es ist eine mühsame (beschwerliche) Arbeit mit dem jungen Vieh.)
Das standarddänische Adjektiv ledig (frei, unbesetzt) wurde im Angeldänischen lérre (und im Plural leddig, lerri) gesprochen und meist im Sinne von leer benutzt. Beispiele wären: en lérre pong (Eine leere Geldbörse) und en lérre bòtl (eine leere Flasche), aber auch: et par lérre øg (ein paar freie, unbesetzte Pferde).
Dem standarddänischen Adjektiv lille (klein) etnsprach das angeldänische lidet. Vor dem davon abgeleiteten Adverb lidt stand im Angeldänischen immer ein a (vgl. englisch a little).
Das Verb længes (sich sehnen) wurde im Angeldänischen immer in aktiver Form gesprochen. Ein Beispiel wäre: Han længer etter Sælland. (Er sehnt sich nach Seeland.)
Statt nøgle (Schlüssel) wurde löggel verwendet, zurückgehend auf altnordisch lykill.
Statt made (Wiese an einem Wasserlauf) hieß es im Angeldänischen mahj, auch in vielen Orts- oder Flurnamen wie Æ Mahj in Großsolt oder Bistoft. Ähnlich auch bei lade (Scheune) und spade (Spaten), die im Angeldänischen lahj und spahj ausgesprochen wurden.
Das standarddänische med hverandre (mit einander) hieß im Angeldänischen mèfferanner, af hverandre (von einander) hieß afferanner und ved hverandre (beieinander) hieß véfferanner.
Die standarddänische Präposition mellem (zwischen) hieß im Angeldänischen amell. Hiervon abgeleitet hieß das Zeitadverb indimellem (währenddessen) amell-i oder auch mell-i. Letztere mit Betonung auf dem -i.
Das standarddänische Substantiv menneske (Mensch) wurde im Angeldänischen im Singular minnisk und im Plural minnsker ausgesprochen. Auch der Plural von mand (Mann) erhielt im Angeldänischen ein i und hieß entsprechend mind (statt standarddän. mænd).
Das standarddänische nabo (Nachbar) hieß im Angeldänischen nahfer und naboskab (Nachbarschaft) entsprechend nahfskop.
Im Angeldänischen fand sich noch das aus dem Niederdeutschen entlehnte Verb pråht (sprechen, sich unterhalten), dass im modernen Dänisch heute nicht mehr Verwendung findet, aber noch im Schwedischen, Norwegischen und auch im Gutamål (prate) verbreitet ist. Hiermit in Verbindung steht das Verb pratl (plappern, Unsinn reden).
Das im Angeldänischen verwendete Verb purke bedeutete arbeiten ohne Ergebnis oder Erfolg.
Den standarddänischen Verben rense (reinigen, säubern) und rengøre (putzen, saubermachen) entsprachen im Angeldänischen rönns und réngyr. Ein Beispielsatz wäre: Æ ska ha æ gròn oprönnst. (Ich muss den Graben reinigen lassen.)
Das Wort ringe (gering) bedeutete im Angeldänischen auch schlech, krank oder mäßig. Ein Beispiel wäre: En ringe karl. (Ein schlechter Mann.). Hiervon auch das Substantiv ringhejt (Schwachheit, Krankheit) abgeleitet.
Statt forsamling (Versammlung) hieß es im Angeldänischen sankelse.
Das standarddänische Verb sanse (spüren, bemerken) bekam im Angeldänischen in mehreren Aussprüchen eine ganz eigene Bedeutung. Beispiele wären: Han sanser godt. (Er ist achtsam, fleißig.) oder At besanse en mark. (Die Arbeiten für die Bewirtschaftung eines Feldes durchführen.)
Das Pronomen und der Partikel selv (selbst) hießen im Angeldänischen sjèl.
Das standarddänische Adjektiv sid (Utrum) bzw. sidt (Neutrum) bedeutet weit oder tief und hatte seine Entsprechung im angeldänischen sij und sit(t). Es fand sich zum Beispiel in der Redewendung vit ò sit (weit und breit).
Das standarddänische sikker (sicher) hatte seine Entsprechung im angeldänischen sæker (vgl. schwed. säker, gutn. säkar).
Das angeldänische Substantiv sigelse bedeutete Sage oder Gerücht (dän. sagn, rygte).
Interessant ist das angeldänische Substantiv sinde (Mal, Gang), das aus dem Altnordischen stammt und in mehreren Verbindungen verwendet wurde: jéssind (einmal), itt jee sinn (nicht einmal, nicht ein einziges Mal), å jee sinn (auf einmal), jéssind så möl (einmal so viel) und mè jensken (mit einem Mal). Ein Beispiel in einem Satz wäre: Så è e gyer mè jensken. (So ist die Arbeit mit Einem getan.)
Das verb skille (trennen) wurde im Angeldänischen in vielen Zusammenhängen verwendet. Beispiele wären:
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Angeldänisch |
Deutsch |
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skillatæjes |
auseinandergenommen (zum Beispiel ein Schrank) |
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skillamæes, skillagrawes |
in zwei Teile gemessen, getrennt (zum Beispiel Felder) |
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Vi kam skilla |
Wir wurden getrennt. (zum Beispiel im Gedränge) |
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Di ere skillakæhn |
Sie sind getrennt. |
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Di kan it fòligs, ò di ka heller it væ(re) skilla. |
Sie können nicht miteinander auskommen, und sie können auch nicht getrennt sein. |
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Æ kan it vur(d)en skjéhl. |
Ich kann nicht getrennt werden. (Ich kann nicht davon loskommen.) |
Sollten Tiere sich bewegen, wurde gerufen: Skif dæ om (Schiff/schaff Dich um, vgl. auch engl. skip) oder auch Hum da om (Hü).
Das standarddänische skovl (Schaufel) hieß auf Angeldänisch skowl und wurde oft in übertragener Bedeutung verwendet. Ein Beispiel wäre: De æ ret en skowl a et minnisk. (Das ist ein wirklich ungehobelter Mensch.)
Der Ausspruch I skumringen (in der Abendämerung) hieß auf Angeldänisch I æ skummerawten.
Interessant ist das Verb skungre (dröhnen), das es so im modernen Dänisch nicht mehr gibt. Stattdessen heißt es ryste, gungre oder runge. Ein Beispielsatz wäre: Han ægger te a jord skungrer. (Er fährt so, dass die Erde dröhnt.)
Statt glide (gleiten) hieß es im Angeldänischen oft skurre. Eine Rutsch- oder Eisbahn hieß entsprechend skurrebane, auch für Schlittfahren.
Das standarddänische skygge (Schatten) wurde im Angeldänischen sköhg geschrieben (ähnliches Muster bei vielen anderen Substantiven).
Slaf meinte Schneeregen.
Snap meinte eine unbestimmte Bezeichnung für eine Wegstrecke (zum Beispiel, wenn noch einiges an Wegstrecke gelaufen werden musste).
Das standarddänische Verb snyde (schneuzen, aber auch: schummeln, betrügen) wurde im Angeldänische snyh gesprochen (snyer, snø, snòt). Ein Beispielsatz wäre: Æ tysker fek der‘ nahs godt usnot (udsnydt) ve Istej (isted). (Die Deutschen bekamen ihre Nasen bei Idstedt (also beim Gefecht bei Idstedt) gut ausgeputzt.)
Statt der standarddänischen Konjunktion end (wie) wurde bei Vergleichen im Angeldänischen immer som verwendet. Statt fremfor (im Vergleich zu) wurde frem som, abgekürzt frams, verwendet. Beispiel wären: Hvo hær vi e godt no frams i den urólle (urolige ) tij. (Wie haben wir es nun gut im Vergleich zu der unruhigen Zeit.)
Anstelle des standarddänischen syg (krank) wurde im Angeldänischen immer sot benutzt. Ein (humoristischer) Beispielsätz wäre: Lòjsot æ de værrest , et minnisk ka vur beladt mæ. (Faulheit ist die schlimmste Plage für einen Menschen.)
Das standarddänische Adverb straks (sofort, gleich) wurde im Angeldänischen stras ausgesprochen, meist wurde jedoch das aus dem Niederdeutschen übernommene glik, geliks gesagt.
Das angeldänische Adjektiv svar wurde sowohl für svær, tung (schwer) als auch für besværlig (beschwerlch) verwendet.
Statt at (zu) hieß es im Angeldänischen te, was an das Gutamål erinnert, wo die Infinitive auch mit ti statt mit at oder att eingeleitet werden.
Das Substantiv tid (Zeit) wurde im Angeldänischen tij ausgesprochen und wurde auch für das Wetter verwendet. Beispiele: Hva hær vi dog en net tij. (Was haben wir doch für ein schönes Wetter zurzeit.) und En vunnle tij. (Eine wunderliche Zeit.)
Das standarddänische Adjektiv travl (beschäftigt) wurde im Angeldänischen trafl ausgesprochen, interessanterweise kam das Wort aus den romanischen Sprachen über das (Nieder)Deutsche ins Dänische (und Norwegische). Ein Beispielsatz: Nó hær æ awtraflt. (Nun habe ich nicht mehr viel zu tun.)
In Fällen, in denen das Zahlwort drei besonders betont werden sollte, wurde zum Teil die frühere Form im Neutrum try statt tre verwendet, zurückgehend auf altnordisch þrjú.
Das Substantiv trold trat im Angeldänischen oft an die Stelle des Teufels, so in folgenden Wendungen: Trold tæj mæ. (Hol mich der Teufel, Dass mich der Teufel hole.) und Æ gjør æ trold (Ich tue den Teufel, also: Ich denke gar nicht daran, Ich schere mich nicht darum.)
Statt des Verbes synes wurde im Angeldänischen tøkkes verwendet (vgl. gutn. tykke). Beides sind deponente Verben und bedeuten meinen, glauben, finden oder scheinen.
Das standarddänische Substantiv vejr wurde im Angeldänischen vær ausgesprochen. Ein Beispiel wäre Adaw hær vi et net vær. (Heute haben wir gutes Wetter.). Zum Teil wurde Wetter (im Sinne von Wetterperioden oder Wetterveränderungen) auch im Plural wiedergegeben: Di gohj vær stæer itt lænng. (Die guten Wetter (also die gute Wetterperiode) halten nicht lange an.) Der Begriff wurde auch für den Wind verwendet: Æ vær æ te synder, te nòrs. (Der Wind kommt von Süden, von Norden.)
Charakteristika
Kennzeichnend für das Angeldänische waren somit (unter anderem) die Dehnung im Wortinneren (oft bei Wörtern im Plural wie bei hèhst ausgehend von Singular hest), der Wegfall des auslautenden stummen -e (kjol und peng statt kjole und penge in der Standardsprache), die lautlichen Wechsel von d zu r, von b zu f und von g zu v, w oder j (weiches g) und der tonale Akzent (was dem Angeldänischen einen singenden Tonfall gegeben hat). Typisch in Hinblick auf den Wortschatz ist zum Beispiel ein Wort wie èlav (während), das dem dänischen mens entspricht und das an das nordfriesische diwiil und das englische while erinnert. Ein anderes Wort, das typisch für das Jütländische in Schleswig war und ist, ist ægge(r) für fahren. Die standarddänische Entsprechung wäre køre.
Innerhalb des Angeldänischen gab es auch lokale oder regionale Abweichungen. Die Farbe schwarz (dän. sort) wurde zum Beispiel in der Aussprache sowohl als sort (sótt), als auch als svort (svott) realisiert. Die Hose (im Dän. Pl. bukser) hieß im Raum Großsolt bòvvs, weiter östlich böjjs.
Auch in Hinblick auf die angrenzenden Varianten können Unterschiede benannt werden. Das Partizip gegangen (im Dän. gået) hieß in Angel gòn, im Sundeved gavven.
Interessant ist, dass abstrakte Ausdrücke oft mit Hilfe von Verben und Adjektiven umschrieben wurden. Statt eines möglichen standarddänischen Satzes wie Hun har stor kærlighed til sin søn (Sie hat große Liebe/Zuneigung zu ihrem Sohn) würde es im Angeldänischen eher umschreibend heißen: Hun holder grovt meget af ham (Sie hält sehr viel von ihm).
Das Wort by wurde niemals für eine Stadt (wie Flensburg, Schleswig oder Eckernförde) genutzt, diese wurden statdessen als æ/a staj bezeichnet. Eckernförde (Egelføhr) wurde zum Beispiel als Nystaj/Nystej bezeichnet.
Gemeinsamkeiten und Unterscheide
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Angeldänische in der Grammatik Strukturen hatte, die sich so ausschließlich in den nordischen, nicht aber in anderen germanischen Sprachen finden lassen. So bestand zum Beispiel die gemeinsame Endung -t für das Neutrum, die Endung -r bei Verben im Präsens und -s bei den s-Verben / Passiv.
Als Variante des Sønderjysk war es Teil der jütländischen Dialektgruppe und teilte insbesondere Gemeinsamkeiten mit den anderen jütländischen Dialekten. Es gab jedoch auch Gemeinsamkeiten mit den inseldänischen Dialekten von zum Beispiel Langeland und Ærø. Insofern bildete es in gewisser Weise einen Übergang zwischen den jütländischen und den inseldänischen Dialekten.
Zudem hatte das Angeldänische auch viele nordische Elemente beibehalten, die in anderen dänischen Dialekten oder der Standardsprache geschwunden waren. Insofern teilte es auch interessante Gemeinsamkeiten mit dem Schwedischen, Norwegischen und nicht zuletzt dem Gutnischen (Gutamål).
So war im Angeldänischen (wie im Schwedischen, Norwegischen und Gutnischen) noch der tonale Akzent verbreitet, der dem Angeldänischen einen singenden Charakter gab. Der tonale Akzent findet sich heute noch in angrenzenden Dialekten im Sundeved, auf Als, Ærø und Langeland. Im Standarddänischen hat sich stattdessen der Stoßton (anstelle des Akzentes 1) durchsetzen können.
Eine weitere Gemeinsamkeit mit anderen skandinavischen Sprachen war die Aussprache des r als (rollendes) Zungenspitzen-R. Im Dänischen und Schonischen (Ostdänischen) wird das r sonst heute uvular am Gaumen gebildet.
Wie im Gutamål und einigen norwegischen Dialekten ist auch das Schwinden des stimmlosen e am Wortende dokumentiert. So hieß es statt kaste (werfen), snakke (reden) und klokke (Uhr) im Angeldänischen kast, snakk und klokk.
Mit den übrigen süd- und westjütländischen Dialekten teilte das Angeldänische den freistehenden bestimmten Artikel æ.
Interessant ist das Angeldänisch auch in Hinblick auf den Wortschatz. Es gab Wörter und Begriffe, die die sich zum Beispiel heute noch im Schwedischen, Norwegischen, Isländischen oder auch im Gutamål finden. Auch gab es Wörter, die im modernen Dänisch nicht mehr oder kaum noch Verwendung fanden und finden.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweis |
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Mehl |
mel |
mjöl |
anord. mjöl |
|
Milch |
mælk |
mjölk |
anord. mjólk |
|
Wetter |
vejr |
vær |
anord. veðr, bokmål vær, nynorsk vêr, schwed. väder, gutn. vädar, vädur |
|
Dachvorsprung |
tagskæg |
braa |
|
|
Schulter |
skulder |
hærde, hær |
|
|
Wiese |
eng, made |
mahj |
|
|
Winkel, Ecke |
krog |
vrå |
|
|
vermissen |
savne |
sakne |
anord. und schwed. sakna, gutn. sakkne |
|
Apfel, Apfelbaum |
æble, æbletræ |
abild |
|
|
vergessen |
glemme |
forgjette, forgætte |
|
|
gern haben |
holde af |
passe på |
|
|
deutlich |
tydelig |
grant |
|
|
raten |
gætte |
råde |
|
|
schlecht |
dårlig |
skarns |
|
|
Zweig |
kvist |
tén |
|
|
Ansicht, Meinung |
anskuelse |
tøhk (tykke) |
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zweimal |
to gange |
tøs |
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Interessant bei dem Wort tøhk ist, dass bei Wünschen nach Wetterveränderung meist der Plural benutzt wurde. Ein Beispiel wäre: Vi ku(nde) raj ha lidt ræn behó, etter vò tøhk. (Wir könnten etwas Regen gebräuchen, nach unserer Meinung).
Interessant ist auch ein Wort wie kre, das im Angeldänischen als Sammelbezeichnung für Vieh benutzt wurde und mit teilweise abweichenden Konnotationen auch in den anderen nordischen Sprachen benutzt wird (dän. kræ, norwg. krek, vgl. auch dt. Kreatur). Auf Gutamål bezeichnet kräk / krek Haus- und Nutztiere.
Es gab aber auch Unterschiede. Anders als im Nordjütländischen wurde zum Beispiel ein h wird vor einem j- oder v-Laut nicht ausgesprochen.
Zudem gab es auch Gemeinsamkeiten mit den westgermanischen Sprachen Deutsch, Friesisch und Englisch. So teilte sich das Angeldänische mit Deutsch und Englisch die Beibehaltung des w vor den gerundeten Vokalen o und u. Statt des standarddänischen orm für Wurm hieß es vórm.
Auch im Wortschatz hatte sich ein hoch- und niederdeutscher Einfluss gezeigt. Zum Teil wurden dänische und (nieder)deutsche Begriffe nebeneinander genutzt. In einigen Fällen dominierte bereits der (nieder)deutsche Begriff. So wurde zum Beispiel statt straks für gleich, sofort zunehmend glik, geliks, gelichs verwendet.
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Deutsch |
Dänisch |
Angeldänisch |
Hinweis |
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aber |
men |
åwers, men |
ndt. aver, avers |
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vielleicht |
måske |
velicht, måske |
ndt. villicht |
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Ecke |
hjørne |
ecke, hjørne |
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weil |
fordi |
wiel |
ndt. wiel |
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vergeben |
tilgive |
vergi |
ndt. vergeven |
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gleich, sofort |
lige, straks |
glik, geliks, gelichs |
ndt. gliek, glieks |
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Gefahr |
fare |
gefahr |
ndt. Gefahr, Gefohr |
Obwohl das Angeldänische heute in Angeln und Schwansen (meines Wissens nach) nicht mehr gesprochen wird, hat es doch andersherum viele Spuren (Substrat) im schleswigschen Niederdeutsch hinterlassen. Ein Beispiel ist das Verb siisseln (von dän. sysle für beschäftigen, basteln).
Textbeispiele
Im Folgenden sollen einige Ausdrücke und Redewendungen aus dem Angeldänischen dokumentiert werden.
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Angeldänisch |
Dänisch |
Deutsch |
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Ungdom ò viisdom føls it olti a. |
Ungdom og visdom følges ikke altid ad. |
Jugend und Weisheit folgen einander nicht immer (gehen nicht immer Hand in Hand). |
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En ver gammel, för èn ver klóg. |
Man bliver gammel, før man bliver klog. |
Man wird alt, bevor man klug wird. |
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Gôj raj è tit dýr. |
Gode råd er tit dyre. |
Guter Rat ist oft teuer. |
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Æ træ ska bŷs, lav de é ungt. |
Træet skal bøjes, mens det er ungt. |
Den Baum muss man biegen, solange er jung ist. |
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Den dè gravver kuller (huller) te andr', felder tit sjèl deri. |
Den der graver en grav for andre, falder selv deri. |
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt oft selbst hinein. |
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Manne mund' gir tåmt fa. |
Mange munde gør tomme fade. |
Viele Münder (er)geben eine leere Schüssel. |
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Den dè vil i oll' bötter slek, fær tit splên i æ tung'. |
Den, der vil slikke i alle bøtter, får tit splinter i tungen. |
Wer aus allen Töpfen lecken will, bekommt oft Splitter in die Zunge. (also: Wer überall mitmischen will, holt sich einen Schaden.) |
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Den de brinder sè jissin, fær å var sè te èt ânt gång. |
Den, der brænder sig en gang, får at vare sig til en anden gang. |
Wer sich einmal verbrennt, hütet sich beim nächsten Mal. |
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Di gær æ miest tij över, hvor æ guers è lavvest. |
De går mest over, hvor gærdet er lavest. |
Sie gehen dort herüber, wo der Zaun am niedrigsten ist. (also des geringsten Widerstands) |
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En ska smejj' æ jæen èlav de è varmt. |
Man skal smede, mens jernet er varmt. |
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist. |
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Den dè smör godt, den ægger godt. |
Den, der smører godt, kører godt |
Wer gut schmiert, der gut fährt. |
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Ven æ kat er û, så spil æ muus å æ bænk'. |
Når katten er ude, så spiller musene på bænken. |
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf der Bank (auf dem Tisch). |
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Mè lemp' kan en få èt égg i èn humlsæk. |
Med lempe kan man få et æg i en humlesæk. |
Mit Sanftmut bekommt man ein Ei in einen Hopfensack. |
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Der blæs ingen bjirre sammel a ît. |
Der skuffes ikke bjerge sammen af ingenting. |
Es wehen keine Berge aus dem Nichts zusammen. (also etwa: Ohne Rauch kein Feuer) |
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Jin svål' gjör ingen sommer. |
En svale gør ingen sommer. |
Eine Schwalbe macht keinen Sommer. |
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En ska tû mè di hund', èn è ve. |
man må hyle/tude med de ulve man er ved (man er ibland). |
Man muss mit den Hunden heulen, bei denen man ist. |
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En ska stik æ finger i æ juer ò lovt hva bond en è kommen å. |
Man skal stikke fingeren i jorden og lugte, hvad bund man er kommen på. |
Man soll den Finger in die Erde stecken und riechen, auf was für einem Boden man gelandet ist |
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Ny limmer fejjer godt. |
Nye lime (koste) fejer godt. |
Neue Besen kehren gut. |
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En kan it væ mier fòmújend a èn stu som et bölk. |
Man kan ikke være mere formående i en stue end et barn. |
Niemand hat in einer Stube mehr Macht als ein (schreiendes) Kind. |
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Mòrrenand den vinder. |
Morgenmand den vinder. |
Der Frühaufsteher gewinnt. |
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De still' vand hæ tit den dyfest grund. |
Det stille vand har tit den dybeste grund. |
Stille Wasser haben oft den tiefsten Grund. |
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Hovmór è tit èmór èt fåld. |
Hovmod er tit imod et fald. |
Hochmut kommt oft vor dem Fall. |
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Lissom dè ver öjt i æ skov, vè der ò svâr. |
Som man råber i skoven får man svar |
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. |
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De er ingen sag å rî över ær Ield mè ân-mands as. |
Det er ingen sag at ride over ilden med andres røv. |
Es ist leicht, mit dem Arsch eines anderen durchs Feuer zu reiten. (Auf Kosten anderer mutig sein). |
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Små byen ò tumpe folk skal en tit ha æ sand'n å vê av. |
Små børn og dumme folk skal man tit have sandheden at vide af. |
Von kleinen Kindern und Narren erfährt man oft die Wahrheit. |
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Stûr ord ò fedt flæsk blyver it sirrend i æ hals. |
Store ord og fedt flæsk bliver ikke siddende i halsen. |
Große Worte und fettes Fleisch bleiben nicht im Hals stecken. (Übermut und Prunksucht rächen sich nicht sofort, sind aber schwer zu verdauen). |
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En kan it see æ folk næhr'r som te æ tinder. |
Man kan ikke se folk længere end til tænderne. |
Man kann den Leuten nur bis an die Zähne schauen. (also nicht bis ins Herz) |
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Di klôg' höns gjör ò i æ nalld. |
De kloge høns gør også i nælden. |
Auch die klugen Hühner machen in die Nesseln. (Auch die Klügsten machen Fehler) |
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Fön i æ môs' gir gryn i æ pôs'. |
Fønvind (tåge) i mosen giver gryn i posen. |
Nebel / Föhn im Moor gibt Grütze (Korn) in den Beutel. (gibt also eine gute Getreideernte) |
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Æ ko ska molkes igjemmel æ hals. |
Koen skal malkes igennem halsen. |
Die Kuh muss durch den Hals gemolken werden. (soll heißen, wer gute Milch (Etrag) haben will, muss die die Kuh gut füttern, also zunächst gut investieren) |
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De è bedst, enhver fejjer fò sin dör. |
Det er bedst, enhver fejer for sin dør. |
Es ist am besten, wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehrt. |
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De è it olti sój, te di små ska kryf di stûr' i ær as. |
Det er ikke altid sådan, at de små skal krybe de store i deres røv / agter. |
Es ist nicht immer so, dass die Kleinen den Großen in den Arsch kriechen müssen. |
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Den jinn' è etter den ân som æ bi etter æ blomm'. |
Den ene er efter den anden som en bi efter en blomst. |
Der eine ist hinter dem anderen her wie eine Biene hinter einer Blume. |
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Han lèr fem vær javn'. |
Han lader fem være jævne. |
Er lässt fünf gerade sein. |
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Han slær olti å æ stûr' klohk. |
Han slår altid på den store klokke. |
Er hängt es immer an die große Glocke. |
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Hva æ hæ vunden å æ fiol, hær æ taft å æ bâs. |
Hvad jeg har vundet på fiolen, har jeg tabt på bassen. |
Was ich auf der Geige gewonnen habe, habe ich auf dem Bass verloren. (der Vorteil an der einen Stelle wird also durch einen gleich großen Nachteil an einer anderen Stelle wieder wettgemacht) |
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Den dè skal gyr olt folk te mâ, skal ha et næff som en skâ. |
Den der skal gøre alle folk tilpas, skal have et næb som en skade. |
Wer es allen Leuten recht machen will, muss einen Schnabel haben wie eine Elster. |
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Do kat kys’ trirre års byrn. |
Du kan kysse tre års børn. |
Du kannst drei Jahre alte Kinder küssen. (Dann sind sie aus dem Gröbsten raus) |
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Fier Ucher å skri’, fier ucher å dri‘, å fier ucher å mons. |
Fire uger at skride, fire uger at drikke, og fire uger at modnes. |
Vier Wochen zum Schreien (Wachsen), vier Wochen zum Trinken (Milchreife) und vier Wochen zum Reifen (Bauernregel für den Zeitraum von der Blüte bis zur Ernte) |
Im Folgenden noch einige kurze Texte und Gebete.
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Angeldänisch |
Deutsch |
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Hier eine Übersetzung eines finnischen Liebesgedichtes ins Angeldänische: |
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Ham æ nok vé, |
Ihn würde ich wohl kennen, |
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ven han skuld komm, |
wenn er kommen sollte, |
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Ham æ för så gjern så, |
Ihn würde ich so gerne sehen, |
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ven han skuld la sæ sie: |
wenn er sich zeigen sollte: |
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Geliks tröjt æ èt kys å hans mund, |
Gleich traute ich einem Kuss auf seinen Mund, |
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va ' en ò téfli mè ulleblój! |
wäre er auch noch so zögerlich mit Wollblut! |
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Sin hând skuld æ ò klemm' dèvé , |
Seine Hand sollte ich auch drücken dabei, |
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ven der ò snôj' sæ èn vórm om sin fingr. |
dass sich ein Wurm um seine Finger schmiegt. |
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Uha, ven æ blæst ho fòstând, |
Oha, wenn der Wind Verstand hätte, |
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ven di frisk' vær i æ fòhro |
Wenn das frische Wetter im Frühjahr |
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ho tungè: |
eine Zunge hätte: |
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Hjelsning skuld di så før fram ò tebâg. |
Grüße sollten sie dann vor- und zurücktragen. |
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Mè Bôj skuld di skynd sæ |
Mit Eile sollten sie sich beeilen, |
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emèl tov, dè helder a ènander (=af hverandre), |
inmitten von dem, was zusammenhält |
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ò der è skilla (=skilt-ad). |
und was trennt. |
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Æ lær'r för di lækrest ræet stå, |
Die vornehmsten Gerichte ließ ich stehen, |
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fògjær'r heller æ steg |
verzichtete lieber auf den Braten |
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frå æ prôsts bôr, |
vom Tisch des Pastors, |
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som a fòlær'r min brögg'm, |
da ich meinen Bräutigam verlöre, |
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ham som by sæ i æ sommer |
Ihn, der sich im Sommer |
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etter mit hôj‘, |
nach meinem Herzen anbot, |
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ham som æ i æ vínter |
Ihn, den ich im Winter |
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fèk etter min ville. |
nach meinem Willen bekam. |
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Ein weiteres Liebesgedicht: |
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Kam han te mæ, ham æ vé nok, |
Käme er zu mir, den ich wohl kenne, |
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ham mit hjat' no længer etter: |
nach dem mein Herz nun verlangt: |
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Kyst' geliks æ tôs |
Küsste ich sogleich tausendmal |
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hans lipper, |
seine Lippen, |
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om di ò va òlr så blòje! |
als wären sie noch so weich! |
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Åh, hvo skuld æ trûk hans hand sin, |
Oh, wie sollte ich seine Hand drücken, |
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ven èn vórm ò snôj' sæ om 'en! |
dass sich ein Wurm um sie schmiegt! |
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Kund æ blæst fòstå at sånno. |
Könnte der Wind nur so etwas verstehen. |
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Ein Morgengebet auf Angeldänisch: |
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Tille om morne kömmer æ, |
Früh am Morgen komme ich, |
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kjære fâr, ò bejjer dè, |
lieber Vater, und bitte dich, |
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a do vild gi mè din frej, |
dass du mir deinen Frieden geben willst, |
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så æ sin ròlle kan gå min vej. |
damit ich dann ruhig meinen Weg gehen kann. |
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Bevar mè, a æ it undt må gŷr', |
Bewahre mich, dass ich nichts Böses tun muss, |
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a mè heller it und må my. |
dass mir auch kein Übel begegnen möge. |
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gi mè èdav mit davle brye, |
gib mir heute mein tägliches Brot, |
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æ himmel, ven æ jitgång dyer. |
den Himmel, wenn ich dereinst sterbe. |
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Nachfolgend ein Abendgebet aus dem Angeldänischen: |
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Kjære Guj, æ takker dè |
Lieber Gott, ich danke dir |
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fò den-hjer gô dav. |
für diesen guten Tag. |
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Men hóst do it hjulpen mè, |
Aber hättest du mir nicht geholfen, |
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hvo var æ blövven av? |
wo wäre ich geblieben? |
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Do gast mè klæer te mit lyv, |
Du gabst mir Kleider für meinen Leib, |
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gast mè davle brye; |
gabst mir das tägliche Brot; |
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do gast mè glæer tusenviis, |
Du gabst mir Freuden tausendfach, |
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bevârst mè frå å dye. |
bewahrtest mich vor dem Tod. |
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Hôld no i den-hjer sôet nat, |
Halte nun in dieser schwarzen Nacht, |
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din hând ò över mè, |
deine Hand auch über mir, |
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så æ sin mòn-arl å ny, |
so dass ich morgen früh aufs Neue, |
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kan, fâr, tâk dè. |
dir, Vater, danken kann. |
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Men skuld de vær' den sidst nat, |
Doch sollte dies die letzte Nacht sein, |
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æ lövver her å jord, |
die ich hier auf Erden lebe, |
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så tæj mè i din himmel op, |
so nimm mich in deinen Himmel auf, |
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hvo dîn' engle boer. |
wo deine Engel wohnen. |
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Ein weiteres Abendgebet mit Betonung der Dreieinigkeit: |
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Om avtne ven æ i min seng gær, |
Wenn ich am Abend zu meinem Bett gehe, |
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gujs kòs æ fò mè slær, |
schlage ich Gottes Kreuz vor mich, |
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som vò -hèhr sjèl gŷr. |
so wie unser Herr selbst es tat. |
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Mè hans to hind'r, |
Mit seinen zwei Händen, |
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mè hans ti fing'r. |
mit seinen zehn Fingern. |
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Olt undt vîst' han frå sè, |
Alles Übel wies er von sich, |
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så gjör æ ò frå mè; |
so tue ich es auch von mir; |
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I navn guj - fâr, |
im Namen Gott Vaters, |
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I navn guj - sön , |
im Namen Gott Sohnes, |
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I navn guj-h élle-Ahnd. |
im Namen Gott Heiligen Geistes. |
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Nachfolgend das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das 1824 im Kirchspiel Tolk im südlichen Angeln dokumentiert wurde: |
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En main ho ton sonner, a den ongst so te hains far: Gie mä, far, den diel a päng, de mä horr, a hain dielt em de päng. A int läng derätter sankede den öngst sön olt sammel a gik wied ur ä lain, a der forkomm hain oll‘ päng mä frern a drikken. |
Ein Mann hatte zwei Söhne, und der jüngste sagte zu seinem Vater: Gib mir, Vater, den Teil des Geldes, der mir gehört, und er (der Vater) teilte ihnen das Geld auf. Und nicht lange danach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und ging weit weg in ein fremdes Land, und dort verschwendete er sein Geld mit Fressen und Saufen. |
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Die nachfolgende Erzählung spielt in Ringsberg im Kirchspiel Munkbrarup und geht einer menschlichen Schwäche auf die Spur. Die kurze Erzählung beschreibt, wie sich Dorfbewohner in Zeiten des Hungers in Demut übten und wie nach der Ernte durch den Überfluss die Überheblichkeit zum Vorschein kam: |
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I æ fortij hær e væt uffeskamme flovt i Brarr'p-Savn, besonders i Ringbjirre enddân; fò ven di kam hen i æ junni òi æ julli, så ho di òt utæhr; di ho hverken brøkvón hel grynkvón.
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In früherer Zeit war es unverschämt dürftig im Kirchspiel Munkbrarup (oft auch nur Brarup), besonders in Ringsberg (Ringbjirre, dän. Ringsbjerg) sogar; denn wenn sie in den Juni und in den Juli kamen, dann hatten sie oft ausgezehrt; sie hatten weder Brotgetreide noch Grützkorn. |
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Ven di långballer sin kam igjemmel æ by, ven di vild te stajs, så keeg di så ynkle över æ långdör; ò ven di långballemind sin hjelst gomårn, så svar di ò gomårn; „Åh, bie lidt", so di sin: „Hær i it èt byskop ròv hel èt byskop tarre å låhn vos te i den ân måhn?" De fèk di jo sin ò tit. |
Wenn die Langballiger (Långballer) dann durch das Dorf kamen, als sie zur Stadt wollten, dann schauten sie so jämmerlich über die Langtür; und wenn die Langballiger Männer dann Guten Morgen‘grüßten, dann antworteten sie auch Guten Morgen. „Ach, warte ein wenig“, sagten sie dann: „habt ihr nicht ein Byskop (eine frühere Maßeinheit) Raubkorn oder ein Byskop Teer für uns zu leihen bis zum nächsten Monat?“ Das bekamen sie dann ja auch oft. |
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Men ven di så kam hen i æ september, te den tij lav di ho indhyeste, så sto di sin ò rôgt' a æ lång' pîf över æ långdör. Ven di långballer sin kam ò óg te stajs ò hjelst gomårn, så hjelst di „Morn-godt", so di; så va di vigte mind, de kam jo i så'n vigte tôn, ska han vê. |
Aber wenn sie dann in den September kamen, zu der Zeit, als sie eingeernet hatten, dann standen sie da und rauchten an der langen Pfeife über der Langtür. Wenn die Langballiger dann kamen und zur Stadt fuhren und „Guten Morgen“ grüßten, dann grüßten sie „Morgen-gut!“, so dagten sie es, denn sie waren wichtige Männer; das kam ja in so einem wichtigen Ton, musst du wissen. |
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Die folgende Anekdote spielt in Gammelbyskov bei Sörup: |
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I Gammelbyskov dè va jissin èn kûn, dè va så fejt gîre å hin smör. Ven e va dyt, så so hon: Tæjje kons lidt byen, de è dyt. O ven e va volfejl, so hon ègjen: Tæjje kons lidt, byen! Dè ska mö'l te èn sum.
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In Gammelbyskov gab es einst eine Frau, die war so schrecklich gierig mit ihrer Butter. Wenn sie teuer war, sagte sie: Nehmt nur wenig, Kinder! Sie ist teuer. Und wenn sie günstig (wohlfeil) war, sagte sie wiederum: Nehmt nur wenig, Kinder! Es braucht viel, um auf eine Summe (beim Verkauf) zu kommen. |
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Hier ein Spottgedicht, das aufzeigen möchte, wie die Bewohner im Ort Dollerup von den Mühen anderer umliegender Orte profitiert hatten: |
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I Vasbykro ser slavte di èn so; |
In Wattschaukrug (dän. Vasbykro) da schlachteten sie eine Sau; |
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i Husbyriis, der slavte di èt griis; |
in Husbyries (dän. Husbyris) da schlachteten sie ein Ferkel; |
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i Husbyskaw (Husbyskov), der sålte¹ di ' em i èt trov; |
in Husbyholz (dän. Husbyskov) da salzten sie sie in einem Trog; |
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di lussyer kvind' skar æ pølls -pind'; |
die Frauen von Lutzhöft (dän. Lyshøj, angeldän. Lussy) schnitten die Wurstespieße; |
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di Dollerupper slop di å et op. |
die Dollerupper Schlappmäuler die aßen es auf. |
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1856 wurde die folgende Lebenserinnerung in Ulsnis (dän. Ulsnæs) an der Schlei aufgezeichnet: |
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Ä er kommen til her i Gundeby. Min fär hadd det her stej, som nu a höker kann buer, for det er min sön, skal ä sej dem. Den tij ä hadd gauen til sköl, aa saa sijn var blövven konfirmeret, blöv ä gliks soldat. Ä var kun sexten ör, saa sögt vi kongen om tilladels til at ä matt ta e steij, for min muer var svag, aa min far kunn it läste at holle daulönner. Saa fikvi sva, mej en stuer sejl paa til naar ä hadd utjent saa kunn ä faa en. Det har ä maanne gange leet saadden. Ä har ingen krig vät i, men ä har vät i Hamborre. Kongen tou en brandskatt skal ä sej ä sej vos. Da vi kam hinn, saa var ä voll lisaa sut a minnesker. Ä hat aa exerceret aa Jungfernstieg. |
Ich bin hierher nach Gundeby gekommen. Mein Vater hatte diese Stelle hier, wo nun ein Höker (Kleinhändler) wohnen kann, denn das ist mein Sohn, muss ich ihnen sagen. Zu der Zeit, als ich zur Schule gegangen war und dann konfirmiert worden war, wurde ich sogleich Soldat. Ich war erst sechzehn Jahre alt, also suchten wir beim König um Erlaubnis nach, dass ich die Stelle übernehmen durfte, denn meine Mutter war schwach und mein Vater konnte es nicht leisten, Tagelöhner zu halten. Da bekamen wir Antwort mit einem großen Siegel darauf, dass ich die Stelle bekommen könne, wenn ich ausgedient hätte. Darüber habe ich schon viele Male so gelacht. Ich bin in keinem Krieg gewesen, aber ich bin in Hamburg gewesen. Der König erhob eine Brandschatzung, muss ich sagen, sage ich euch. Als wir dorthin kamen, war ich wohl überwältigt von Menschen. Ich habe auch am Jungfernstieg exerziert. |
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Abschließend noch eine kurze abergläubische Erzählung: |
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Te folk kan gå ègjen, de truer æ it, ò òl den övre gaml' snak om spøgelser de è heller it sand'n. Lav æ vå èn dreng, gŷr di mè ò viis, te Nis Pûg sar i æ skossten ò green, ven æ grye vu svejje; men de è òlt kon tumpe snak te å gyr æ byen re mè. Men mè go-fohrvassel de è novver ant; te de kan vas- fò, de ler æ mè it avstrî. De-hjèt huus de hæ èn gammel kûn heroven se læng' för e vu bøgt. Æ kan ò godt tænk', lav æ va èn kumpen å èn snes-oer hel ' så, ò æ tên i Ovvsjö-savn, der è èt pa stejj ', di kåller slamtavt , dè hør te Munkvolstrup, ò der bôj min foræller, lav æ vu te; ò etter æ ho opbejje, kam æ te tênen der i æ by, å èt stej som dè ho mö'l passier dèffò va der ò föhrvassel. |
Dass Leute wieder umgehen können, das glaube ich nicht, und all das alte Gerede über Gespenster ist auch nicht wahr. Als ich ein Junge war, machten sie mir weis, dass Nis Puk im Schornstein säße und grinste, wenn die Grütze anbrannte; aber das ist alles nur dummes Gerede, um die Kinder zu erschrecken.Aber mit Vorzeichen verhält es sich anders; dass es die geben kann, das lasse ich mir nicht ausreden. In diesem Haus hier wohnte eine alte Frau, lange bevor es gebaut wurde. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich ein junger Kerl von etwa zwanzig Jahren war und im Kirchspiel Oeversee diente. Dort gibt es ein paar Stellen, die man „Slamtavt“ nennt und die zu Munkwolstrup gehören; dort wohnten meine Eltern, als ich klein war. Und nachdem ich herangewachsen war, kam ich dort im Dorf in den Dienst. An einer Stelle, wo viel passiert war, gab es deshalb auch Vorzeichen. |
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I di oringer va e jissin om Nat æ lo veæ svön så vu han vagen ò hŷr, dè va novver i æ vej mè æ krufferi ækan it hovs', ome vaiæ hèhststold heller i æ kóbbòs. Så tâl han a mè ò so te mè, æ skuld stå op ò see hva e va. Som æ no kömmer ur a æ bakklöv ò kam kryfend under æ ty dè hang javnt no ty te tören i æ pissel, ò æ dör sto offen te æ dörrnsk, så so æ èt lys under æ bjæll'k, dè skên långs över æ gólle ò hen èmo mè. De va iæ dörrnsk te æ mand va indbåren, som han va drunknt, ò æ pig' ho skôle sè der ò va do geliks etter. Æ lys va dè minsant, æ so e jo grant; men hva de vijer ho å bety, de vér æ it. De fægte mè går it an, lav æ sto lig for eòbetint mè, om æ skuld gå vijer; men så töt mè, de ku vel vu væhr, ven æ kam tebâg. Men lav æ vèhn æ rög te, så vur æ hjât føst i klappen, ò de va lissom ven dè va jin èbag. Æ vèhn sin om ò so te æ svön, te der kund æ it kom igjemmel; ò han sto sin op ò gik ur a a vinner ò fèk e stelt mè æ kre. |
In jener Zeit – es war mitten in der Nacht – lag ich bei dem Knecht, da wurde er wach und hörte, dass etwas im Wege war mit einem Lärm – ich kann mich nicht genau erinnern, ob es im Pferdestall oder im Kuhstall war. Da sprach er zu mir und sagte, ich solle aufstehen und sehen, was es sei. Als ich nun aus dem Bettkasten kam und unter dem Tuch hervorkroch – es hing gerade Tuch zum Trocknen im Pesel (gute Stube) und die Tür zum Flur stand offen – da sah ich ein Licht unter dem Balken, das längs über den Boden und auf mich zu schien. Das war im Dörns (Alltagsstube), in den der Mann hineingetragen wurde, als er ertrunken war, und das Mädchen hatte sich dort gewaschen und war gleich danach gestorben. Das Licht war wahrhaftig da, ich sah es ganz deutlich; aber was es weiter zu bedeuten hatte, das weiß ich nicht. Es focht mich gar nicht an, als ich direkt davor stand. Ich besann mich, ob ich weitergehen sollte; aber dann deuchte mir, es könnte wohl noch schlimmer werden, wenn ich zurückkäme. Aber als ich den Rücken wandte, da fing mein Herz erst recht an zu klopfen, und es war so, als sei jemand hinter mir. Ich wandte mich um und sagte zu dem Knecht, dass ich da nicht durchkommen könne; und er stand dann auf, ging zum Fenster hinaus und beruhigte das Vieh. |
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De kan vas-fò, ven e ò kons è èt kruf, de ska dye; men de er æ miest tij, ven èn diel griffer èt minnisk fejt an. Min dætter, dè døh, de vidst a tov oer forav, for a ho hyer ær utalen. De va tille om morne, æ va òhp, ò de bas mè fò sin, te oll' dörr' va offen långs op te den- hin ehnd a æ huus; e kund hŷr, te dè vu èn dø utal, men hva dè vu sój, de kund æ it hŷr. Æ Dien, som vi ho te den tij, hanvu syg novve månner deretter; men æ so te ham, han do it de gång; ò han lövve ò, ò kam gânsk' rigte ò tâl hin u. Te de kan vas - fò, de vil æ sætt e vér å; den tro ler æ mè it tæjj. |
Es kann vorkommen, wenn einer hineinkommt in den Wandschrank (Alkoven), dann soll er sterben; aber es ist meistens die Zeit, wenn ein Teil den Menschen fest angreift. Meine Tochter, die starb, die wusste es zwei Jahre im Voraus, weil sie ihr Vorzeichen gehört hatte. Es war früh am Morgen, ich war aufgestanden, und es begab sich von selbst, dass alle Türen offen standen längs bis zum anderen Ende des Hauses; ich konnte hören, dass es ein Todes-Vorzeichen war, aber was gesagt wurde, konnte ich nicht hören. Der Diener, den wir zu der Zeit hatten, wurde einige Monate danach krank; aber ich sagte zu ihm: Er stirbt dieses Mal nicht; und er lebte weiter und kam ganz richtig wieder auf die Beine. Dass es so sein kann – darauf will ich eine Wette abschließen; diesen Glauben lasse ich mir nicht nehmen. |